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EG: „SMS-Stories aus Maggies Salon“

Rasantes Stück über Segen und Fluch moderner Technik

[EG, 26.06.2018] „Ich bin bei Maggie, wo denn sonst?“  Diese Aussage von Möchtegern-IT-Girl Susi umreißt bereits präzise, wo man zu sein hat, wenn man nicht OUT sein will sondern IN: Im topschicken Mode- und Friseursalon von Maggie.

Maggie (Leyla Hamaloglu, mit perfekten Locken), die ihren Laden mit herrischer Lässigkeit schmeißt, hat nicht nur die trendigsten Styles auf Lager, sondern auch zu jedem seelischen Tief die passende Frisur.  Und sie besitzt eine Zauberwaffe: Strähnchen.

Weil in diesem Stück (nach dem Bühnenspiel „Handy- Stories“ von Hans Zimmer) alles mindestens doppeldeutig ist, so erkennt der Zuschauer eventuell erst beim zweiten Auftritt: Strähnchen sind bunt, aber „Strähnchen“ ist auch schrill, denn der angestellte Friseur Nick (Maritta Singer) trägt nicht nur einen Drei-Tage-Bart und eine grauenhafte Jacke aus Leopardenfell, sondern auch diesen mindestens genauso grauenhaften Spitznamen.

Die Theatergruppe des Erasmus-Gymnasiums unter der Leitung von Susanna Rosemann präsentierte ineinander verwobene Handlungsstränge und Menschen, die – auf der Bühne wie im Stück selbst – in die Rolle mindestens einer anderen Person schlüpfen. Freche, oft hintersinnige Sprüche, Wortwitz und die immerwährende Präsenz des unentbehrlichen Handys, prägen dieses rasante Stück, das in kurze Einzelszenen aufgeteilt war.  Effektvolle Licht- und Toneffekte setzten die engagierten Schauspieler gekonnt in Szene.

Lisa (Lisa Brandel) erzählt (rechter Bühnenteil) Strähnchen von dem neuen Mädchen in der Klasse: „Total uncool“. Zur Überraschung aller Mitschüler interessiert sich der Star der Klasse (Timo Salfetter) für sie: (linker Bühnenteil) Er geht auf sie zu, er führt sie aus, er sieht ihr Handy, ein „hässliches, uraltes Teil“ und flüchtet schockiert:  „Mit so einer will ich nichts zu tun haben!“ Die Szene links verschwindet, und Lisa gesteht völlig geschlagen: „Dieses Mädchen war ICH!“

Die beiden Freundinnen Tilly (Lina Wu)und Lilly (Alexia Frescher), total vertieft in ihr Gespräch am Handy, realisieren reichlich spät, dass sie im gleichen Laden stehen: „Wow, Du siehst voll wie live und in echt aus- DU BIST ES JA WIRKLICH!!“

Auch reichlich zickenfies geht es zu: Susi (Katharina Schmid), Laura(Sara Böller) und Lilly träumen im höchsten Himmel davon, ein Handy zu sein: „Wenn ICH ein Handy wäre, dann wäre ich ein „Xperia XZ2“….Als sich auch die kleine Tilly in die Schwärmereien einklinkt, fallen die anderen aus allen Wolken: „Duuuuu? Hast Du überhaupt eines??“

Später kommt sie heulend angelaufen und jammert: „Er hat Schluss gemacht“. Da fragen sie nur verwundert: „Hattest Du überhaupt einen?“

Tinka (Katharina Schmid) hat ihr Handy verloren, und wir alle wissen, was das bedeutet: „Ausgestoßen aus der menschlichen Gesellschaft“ zu sein. Schließlich bekommt  sie aber den heißen Tipp, dass Marco aus der neunten Klasse eines gefunden hat. Um ihn zu treffen, gibt es nur drei Orte, die in Frage kommen: Im Bus, auf dem Schulhof oder im Pub. Als sie ihn endlich ausfindig macht, muss sie enttäuscht feststellen, dass es nicht ihr Handy ist. Allerdings er findet sie umwerfend…

Zwischen den Szenen will uns „Handy-Boy“ (Jonathan Rösel) äußerst überzeugend wieder und wieder verklickern, dass ohne Instagram, Snapchat und Twitter gar nichts läuft. Bei der achten Wiederholung seines Spruches wird er zur Erleichterung des Publikums resolut von Maggie aus dem Laden geworfen: „Es reicht, wir ham´s kapiert!“

Auch die selbstbewusste Chefin lässt uns ein wenig in ihr Gemüts- und früheres Leben blicken: Damals, als sie sich noch Melanie nannte, von einer Therapeutin (Lisa Brandel) gefragt, ob sie außer am Handy hängen, chatten und Apps runterladen denn keine Hobbies habe, antwortet sie: „Doch, ich hab mal Hockey gespielt. Bin aber rausgeflogen. War im Tor. Hab gechattet.“ „Im Tor?“ „Ja“. „Und hast Du denn einen Freund?“ „Glaub schon.“ „Du glaubst schon? Heißt das Ja oder nein?“ „Ja…. Das Handy ist doch mein Freund“.

Nina (überzeugend gespielt von Felicitas Groth) flüchtet in den Friseursalon: Sie konnte aus Geldmangel eine hohe Rechnung für Flirt-SMS nicht bezahlen, was ihre Eltern mit einem „Sieh zu, wie Du klar kommst!“ quittierten.

Nun sind ihr zwei ungemütliche Typen eines Inkasso-Unternehmens auf den Fersen: „Wir werden nicht zum Kaffetrinken vorbeikommen. Zahlen- und wir sind alle Freunde!“

Zu allem Überfluss hat sie sich in ihren „total süßen“ Chat-Partner Ricky/ Frankie/ Knut / Viktoria Eckroth verliebt, auf den sie „ganz zufällig“ hier in Maggies Salon trifft- ohne natürlich zu wissen, wer da leibhaftig vor ihr steht. Jener hat sich – „total unprofessionell“ – voll verknallt … in eine Kundin. Als er -Ricky bzw. Frankie bzw. Knut – daraufhin nur noch mit dieser chatten konnte, war es „Aus – vorbei – Rauswurf“.

Nach und nach, durch ein Dickicht von sprachlichen Umwegen hindurch, erkennen sie im jeweils anderen den heiß geliebten Chat-Partner wieder.

Als wären hier nicht schon genug Zutaten für ein gelungenes Schulspielstück eingearbeitet, gab es zwischendrin noch ein musikalisches Zuckerl: Eine glockenreine, starverdächtige Stimme begleitet nur von einer E-Gitarre brachte den passenden Song: „Hey Du da, ich weiß es genau, Du bist es, die Frau, ich erkenn Dich schon am Klingelton…“ (Christine Uhle, Florian Häusler, Ronja Bergler, Norah Csanadi und Franziska Scharf).

Kurzweilig, bunt, witzig, auch mit kleineren Pannen, durchaus nachdenklich stimmend werden allerlei Probleme und Problemchen serviert, mit denen junge wie nicht mehr so junge Leute durch den Segen oder Fluch der modernen Technik konfrontiert sind. Am Ende bedankten sich die Schauspieler bei ihrer Leiterin Susanna Rosemann für die Geduld und ihr Engagement mit einem großen Strauß Rosen, und auch die Entschuldigung kam nicht zu kurz, dass man manches Mal, anstatt zu proben, wie könnte es anders sein, am Handy hing…

Christine Kleinert, Spielleiterin am GMG

 

 

 

 

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EG: „Die Atriden, Iphigenie und ich“

Freie Interpretation nach einem Bühnenstück von Helga Eham

Heut gibt’s a Rehragout

[EG, 18.04.2018] Einen Blitzkurs in griechischer Mythologie präsentierte das Oberstufentheater des Erasmus-Gymnasiums seinem gespannten Publikum am Mittwochabend. In „Die Atriden, Iphigenie und ich“ führten die zehn jungen Schauspieler ausgesprochen kreativ und in flottem Tempo durch die blutige und  turbulente Familiengeschichte der legendären Atriden. Ein manipuliertes Bobbycar-Rennen, ein Hauch Kannibalismus und eine wilde Zeche im griechischen Biergarten – da blieb dem Publikum kaum Zeit zum Atemholen, dafür aber umso mehr Gelegenheit zum Schmunzeln.

So sorgten der sächselnde Agamemnon (wundervoll glaubwürdig: Johannes Fischer v. Weikersthal) und sein königlicher Bruder Menelaos (Urbayer Michael Meckl) für viele Lacher, ehe sie – unterstützt vom externen Ziehharmonikaspieler Sebastian Eck – die Ode „Heut gibt’s a Rehragout“ anstimmten. Nachdem noch einige Missverständnisse mit Jagdgöttin Artemis (Sarah Kopf) geklärt werden mussten, wurde in Windeseile Rache an Paris geübt, Troja zerstört und rasch noch Menelaos Tochter Iphigenie (selbstbewusst und überzeugend gespielt von Diana Seifert) geopfert. Lisa Metz führte die Zuschauer als Erzählerin durch das Stück und schaffte es, einen Überblick über die wirren Verwandtschafts- und Feindschaftsverhältnisse der Atriden zu bewahren und zu vermitteln.

Auch im weiteren Verlauf des Stücks wird nun dem Atridenfluch Rechnung getragen: Menelaos wird im Bade von seiner Frau (Alina Wild) und deren Liebhaber (Mona Trautmann) ermordet, woraufhin Orest den Tod seines Vaters rächt. Da er damit aber den Fluch der Rachegöttinnen auf sich zieht, sucht er Rat beim Orakel in Delphi. Dort wird er von der Vorzimmerdame (Patricia Kölbl) anfangs ziemlich kühl behandelt, obgleich er doch als Adresse „Palaststraße 1 bis inklusive 48“ angibt. Erst der Hinweis, ein Privatpatient zu sein, lässt ihn zum Ehrengast werden und direkt zum Orakel (mitreißend neurotisch: Lea Forster) vorstoßen. Deren Ratschläge sind zwar eher wirr und von manischem Lachen untermalt, doch Orest schafft es dennoch, die ihm gestellte Aufgabe zu erfüllen – und gleichzeitig seine langvermisste Schwester Iphigenie auf Tauris wiederzutreffen. Zwar sind nicht alle Wächter (Antonia Nickel) auf Fortbildung, aber dennoch darf das Stück mit einer gelungenen Flucht auf dem Segelboot enden.

Kurz, aber ganz besonders kurzweilig war diese Inszenierung frei nach einem Stück von Helga Eham, die Schulspielleiterin Dr. Veronika Schweighart mit ihrer Truppe und der Unterstützung von Christina Schleicher auf die Beine stellte. Überraschende und ausdrucksstarke Elemente wie ein pantomimischer Tanz, Maskenspiele und die wohlplatzierte Musik rundeten die Vorstellung ab. Der Applaus war daher lange und wohlverdient.

Claudia Ried, Spielleiterin/GMG

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Osterbotschaft ganz neu interpretiert

[EG, 04./05.04.2017] Peter Seidl, bis zum Februar noch Schulleiter des Erasmus-Gymnasiums und nun im Ruhestand, hat gewissermaßen sich selbst und seiner Schule zum Abschied eine Neuauflage eines Theaterstücks geschenkt, das er 1992 am Gymnasium Neubiberg konzipiert hatte. Der Kritiker des Münchner Merkur urteilte damals, es handle sich um ein „himmlisch vergnügliches Höllenszenario“ – und dieses Prädikat verdient auch die Aufführung 25 Jahre später.

Seidl hatte sich das „Innsbrucker Osterspiel“, das vor rund 700 Jahren in Thüringen entstand, als Grundlage genommen; es geht darin um teils in der Bibel erwähnte, teils frei erfundene Ereignisse, die sich um die Auferstehung Christi drehen. Dieses ernste Thema wird bereits in dem mittelalterlichen Mysterienspiel kräftig ausgeschmückt und zu Unterhaltungszwecken angepasst. Peter Seidl modernisierte die Sprache, fügte zeitgemäße Anspielungen und slapstickartige Handlungselemente hinzu – und versah das Ganze mit einer Reihe von Songs, die live vorgetragen wurden; unterstützt wurde er bei der Aktualisierung von Mitgliedern der engagierten Theatergruppe. Die musikalische Begleitung kam von einer schwungvoll und präzise aufspielenden Lehrerband: Michael Haberberger (Trompete), Katharina Scharnagl (Flöte), Florian Häusler (Klavier), Christine Uhle (Bass) und Christian Uhle (Schlagzeug).

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Pilatus (Johann Schneider), links, und Kaiphas (Niklas Bauer)

Dem Spiel der Bühnenakteure merkte man an, dass sie mit viel Begeisterung bei der Sache waren – eine ganze Reihe von ihnen gar in mehreren Rollen. Das fängt schon damit an, dass der Hohepriester Kaiphas mit überbordender Beredsamkeit, in der er Unterwürfigkeit und kleine Spitzen geschickt mischt, den römischen Statthalter Pilatus davon zu überzeugen sucht, das Grab müsse bewacht werden, denn die Anhänger des Jesus munkelten von einer Auferstehung. Niklas Bauer (9b) verlieh der Figur des Kaiphas – sowie danach auch der des Salbenhändlers und des Petrus – eine wunderbare komödiantische Präsenz, und Johann Schneider (Q12) war ein prächtig selbstherrlicher Pilatus (und später ein überzeugend zweifelnder Thomas).

EG_3039_actionheroes_Terminator+RamboNatürlich haben die daraufhin als Wachen abgeordneten Actionhelden (Michael Meckl, Q11, Katinka Himmelhuber, Q12, Niklas Bauer, Johann Schneider) keine Chance gegen die himmlischen Mächte, obwohl sie vorher über ihre guten Absichten rappen. Der alsbald tatsächlich Auferstandene (ruhig und würdevoll dargestellt von Randell Sliman, 10b) begibt sich sogleich in die Hölle, um die dort Festgehaltenen aus der teuflischen Gefangenschaft zu befreien, allen voran das rettungslos zerstrittene Paar Adam (Michael Meckl, Q11) und Eva (Lisa Brandel, 8b). Diesen Personalverlust will sich Oberteufel Luzifer (Gizem Göz, Q11, Leyla Hamaloglu, 7a) nicht gefallen lassen, und so schickt er seine Unterteufel auf der ganzen Welt aus, um neue Seelen für die Hölle zu fangen (Victoria Eckroth und Maritta Singer, 7a, Hanna Theiss und Lisa Brandel, 8b, Ceyda Hos, 10b, Andrea Anthofer, 8b).

Leichte Beute für die Teufel findet sich reichlich, unter anderem der Salbenhändler Unguentus Quackus (Niklas Bauer), der kein einziges Fremdwort richtig verwendet, aber jedesmal prompt von seiner Frau (Andrea Anthofer, Ceyda Hos) verbessert wird – zur hörbaren Erheiterung des Publikums, das diese Wortverdrehungen genießt. Quackus stellt einen Gehilfen ein, den verschlagenen Rubin (mit rabiatem Charme: Michael Meckl), der sich sogleich vornimmt, bei erstbester Gelegenheit die Kasse zu plündern und mit der Frau des Chefs durchzubrennen. Doch zunächst muss er sein Verkaufsgeschick unter Beweis stellen, und da kommen die drei Frauen gerade recht, die eine Salbe zum Einbalsamieren erwerben wollen (Sandra Weiß, Q11, Christina Metz, Q12, Viktoria Eckroth, 7a). Rubin führt das Verkaufsgespräch so tölpelhaft, dass Quackus ihn wutentbrannt hinauswerfen will – doch seine Frau hat ihrerseits ein Auge auf den dynamischen Rubin, und so wird Quackus kurzerhand mit seinen eigenen Ingredienzien ins Jenseits befördert.

EG_3156_mariaDie drei Frauen erhalten nun die Nachricht, dass das Grab bereits leer sei – und vor allem Maria Magdalena, „Ex-Sünderin, jetzt fromm“ (wie es im Programmheft heißt), ist enttäuscht darüber, denn sie wäre so gern ihrem Meister noch einmal begegnet. Diese anspruchsvolle Passage gelang Sandra Weiß mit schöner Ernsthaftigkeit. Doch allzulange bleibt es nicht ernst: Schon gibt es eine Live-Übertragung auf RadioTele Galiläa zu verfolgen, eine Radiostation, die den als Sport-Event aufgemachten Wettlauf der Jünger Petrus und Johannes zum Grab kommentiert (Niklas Bauer, Michael Meckl; am Mikrofon: Felicitas Groth, 8b).

Nicht unerwähnt bleiben soll der Engel mit dem Tablet (Marie Siegler, Q11), der teils als wandelndes Auskunftsbüro, teils als Bodyguard für Jesus, für Ordnung sorgt, so auch am Ende, als der Auferstandene rechtzeitig auf die Bühne kommt, um Maria Magdalena zu trösten und dem ungläubigen Thomas zum Glauben zu verhelfen. – Ein Happy End also?

EG_3047_JC+EngelIrgendwie schon, und insgesamt vermittelte dieses sehr bunte, teilweise überdrehte Musikspiel mit seinen ernsten Passagen (z. B. dem Tanz der sieben Todsünden) dem Publikum eine Ahnung davon, wie das mittelalterliche Mysterienspiel damals gewirkt haben mag: Man beschäftigte sich mit den Inhalten der Osterbotschaft und nutzte die Lücken in der Überlieferung, um heiteren Klamauk zu treiben, ohne in Blasphemie zu verfallen. Auch diese Gratwanderung gelang hier.

Mit großem Applaus dankte das Publikum im Erasmus-Gymnasium den Spielerinnen und Spielern, der Band, der Technik und nicht zuletzt den beiden Leitern der Schultheatergruppe, Peter Seidl und Susanna Rosemann.

Peter Ringeisen, DJDG

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Jurijs Liebe wird zum Eklat

Gewalt, Diebstahl und Drogenhandel? Alles Kavaliersdelikte in der Brennpunktschule von Frau Schnepper und ihren Kollegen. Doch als der allseits gefürchtete Jurij plötzlich verkündet, er sei verliebt, steht die ganze Schule Kopf.

[EG, 16.06.2016]   In dem Stück „Hau ab mit verliebt“ von Markus Mohr, aufgeführt von der Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Erasmus-Gymnasiums, offenbarte sich auf amüsante und selbstironische Weise, wie echte Gefühle die Mitmenschen auf die Probe stellen können.

Anfangs nimmt in der Schule von Frau Schnepper (Karina Hartmann) noch alles seinen gewohnten Lauf: Die von Amelie Spörer herrlich überfordert dargestellte Lehrerin Sonsterlein hat außer Grammatik wenig im Griff. Ihr Schüler Collin (Victoria Eckroth) interessiert sich mehr für seine Messersammlung als für Possessivpronomen, und die beiden türkischstämmigen Schülerinnen Tülay und Büsra (witzig gespielt von Merit Matuschek und Julia Nerb) sind vollauf mit ihrer Schönheitspflege beschäftigt. Anna, Lena und Mia (Karina Hartmann, Maria Erven, Lisa Brandel) haben kaum Sinnvolles zu sagen, dafür alles im Chor.

Bier und Klopperei

Ihr Mitschüler Tarik (sehr überzeugend: Leyla Hamaloglu) hat ebenfalls wenig für Grammatik übrig – ihn interessiert eher sein neuer Freundeskreis in der Neonaziszene mit dessen Vorliebe für Bier und Klopperei. Davon kann ihn auch Josh (Hanna Theiss) nicht abbringen. Mikey (Ronja Berger) bekommt in seinem Tiefschlaf ohnehin nichts mit. Einzig die Streberin Gloria, wunderbar altklug dargestellt von Felicitas Groh, beteiligt sich am Unterricht.

Dem Lehrer Dr. Kotten (ausgesprochen mitreißend gespielt von Diana Seifert) gelingt es da schon deutlich besser, seine Klasse einzuschüchtern, indem er den Schülern zumindest mündlich erst einmal ihre Grundrechte entzieht. Und in seinem Unterricht wird auch klar, dass sich der inzwischen aufgetauchte Jurij, sehr überzeugend gespielt von Andrea Anthofer, verändert hat: Statt Aggressivität strahlt er plötzlich sanfte Gefühle aus und gesteht der Klasse bereitwillig: „Ich bin verliebt!“

Ein Eklat. Sofort werden die Eltern des Jungen (Gizem Göz und Ceyda Hos) einbestellt und Ursachenforschung betrieben. Doch auch diese sind ratlos. Bisher war der Sohn doch nur durch Verprügeln, Klauen oder Feuerlegen aufgefallen. Kein Grund zur Beunruhigung also. Aber Liebe? Sollte das etwa ein von Onkel Bogdan geerbtes Leiden sein? Auch die hastig einberufene Lehrerkonferenz ist ratlos. Weder Herr Dillershausen (Sandra Lindner) noch die Schulrätin (sehr erfrischend: Madita Fröhner) wissen sich zu helfen. Selbst die Schulpsychologin (Lisa Brandl) scheitert an Jurijs Starrsinn: Er will sich partout nicht einreden lassen, dass er seine Verliebtheit nur vortäuscht, um im Mittelpunkt zu stehen. Doch am meisten getroffen von Jurijs Verliebtheit sind seine Mitschüler. Sie reagieren mit Abweisung, Enttäuschung und Wut. Sprichwörtlich zeigen sie ihm die kalte Schulter, ehe sie ihn gemeinsam überwältigen und mit Lichterketten auf einen symbolischen elektrischen Stuhl bringen.

Witzige Dialoge

Neben den sichtlich motivierten Schauspielerinnen überzeugte die Aufführung durch witzige Dialoge, peppige Musik und eine perfekt integrierte Tanzchoreographie. Schulspielleiterin Susanna Rosemann kann zu Recht stolz sein auf ihre Truppe. Dass dies auch umgekehrt der Fall ist, zeigten die Schülerinnen zum Abschluss, als sie sich einzeln bei ihrer Lehrerin rollengetreu und mit Rose bedankten.

Claudia Ried

 

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Ustinovs „Halb auf dem Baum“

… initiiert durch Elisabeth Bremer, gekürzt und adaptiert von Peter Seidl, aufgeführt von der Schulspielgruppe Oberstufe im Erasmus-Gymnasium

[EG, 13.04.2016]   Samstag, 8. April 1967 im Hause der Familie Fitzbutress in Fleet, einer anglikanischen, sehr wohlhabenden Gegend von England. Ein Tisch mit stilvoller Teekanne, Teetasse und ein Kalender ist zu sehen.

Vater und halbwüchsiger Sohn stehen sich gegenüber, zum ersten Mal seit vier Jahren, in denen der Vater als General ehrenvoll seinem Land gedient hat.

„Du bist…gewachsen?!“ Mehr der Worte sind ihm unmöglich – alle weiteren Umstände, die sich in seiner Abwesenheit verändert haben, rauben ihm sichtlich den Atem (überzeugend auf die Bühne gebracht von Lukas Jakob):

Sohn Robert ist nicht nur gewachsen, sondern hat die Schule geschmissen und lebt auf Pump, wie es sich für einen langhaarigen Hippie-Rebellen gehört (im knallig-lila-orange-grünen Bellbottom-Flowerpower-Outfit Luca Baumgärtner). Auch dass er seine nächtlichen Partnerinnen bei Tag nicht unterscheiden kann, gehört zum guten Ton dieser „jungen Generation, der die Welt gehört“.

Die Tochter Judy (naiv- rebellisch gespielt von Lena Czarnec) ist schwanger, aber nicht etwa verheiratet oder verlobt, sondern verkracht mit all jenen, die als Vater in Frage kommen könnten.

Fitzbutress nimmt all das in „General-Manier“ mit fassungsloser Fassung zur Kenntnis.

Er ahnt bis zu diesem Zeitpunkt nicht, nicht dass seine – in jeder Situation die englische Contenance wahrende- Frau Lady Doris (ruhig und zurückhaltend Johanna Scheuck) in seiner Abwesenheit regelmäßig nächtlichen Besuch erhielt, ausgerechnet vom langjährigen Freund der Familie, Brigadegeneral „Tiny“(Timo Schmid).

Dieser pflegte durch das Schlafzimmerfenster zu kommen ( welches als Requisit sogar auf der Bühne zu sehen war).

Fitzbutress reagiert auf all diese „Aktualisierungen“ auf überraschende Weise: Er toppt den ganzen Zirkus und steigt aus- bzw. auf einen Baum, den er zu seinem neuen Zuhause erklärt, trägt ab sofort Patchwork-Pumphosen samt grob gestrickter Leinen- Decke als Oberbekleidung, die Gitarre unterm Arm, umgeben von einer Wolke Pferdedung und geht selbstverständlich barfuß.

Das-“zugegebener Maßen sehr sehr hübsche“ – norwegische Au-pair-Mädchen Helga (stark in ihrer Rolle: Helena Wesnitzer), bietet ihm trotz oder gerade wegen dieses Aufzugs unverhohlen seine Liebesdienste an, die er ablehnt, allerdings mit einem Tick Verzögerung, was ihm einen empörten Aufschrei seiner Ehefrau einbringt.

Spätestens an dieser Stelle wird ihm die ganze Absurdität seines Daseins vor Augen geführt: Jahrelang hatte er versucht, ein Vorbild abzugeben und das in seinen Augen Richtige zu tun: „Gelächelt, damit niemand merkt, wie sehr ihm das alles (und besonders seine Frau) auf die Nerven geht“.

Mit dem einzigen Resultat, dass er im eigenen Haus zutiefst gekränkt wurde von seiner „verwirrten, bitteren und misstrauisch gewordenen Familie“. Nun, da er aus allen Konventionen ausbricht und sich im Grunde den Wünschen der “neuen wilden Generation“ fügt, stößt er auf noch größere Missbilligung, gar Entsetzen über seinen Sinneswandel.

Nach weiteren hintersinnigen Beleidigungen, Missverständnissen und überraschenden Wendungen (Fitzbutress bekennt das Wissen darüber, dass Robert gar nicht sein leiblicher Sohn sein kann, aber auchTiny fällt als potenzieller Vater aus, da sie gemeinsam ab dem elften Monat vor der Geburt an der Front standen) gibt es

schließlich eine Art „Happy-End“ der Geschichte: eine Doppelhochzeit der Kinder, die nun doch den Wert einer gutbürgerlichen Familie zu schätzen gelernt haben (Dominik Wirsching als Judys auserwählter Kindsvater sowie Robert und Au pair Helga, die nach einem nächtlichen Stelldichein ebenfalls schwanger wurde).

Der Vikar (Julian Prechtl), der als eine Art bibelfester Moderator durch die Akte führte, beschwichtigt erhaben die erhitzten Gemüter: „Tut das, was man bei einer Hochzeit tut: Lächeln!“

Das Stück zeigte mit oftmals bissiger Situationskomik und hintergründigem Humor, dass der Lebensstil, gleich in welcher Form, eben keinen ganzen Menschen macht und Erfüllung etwas mit Authentizität zu tun hat, oder wie es Fitzbutress ausdrückt: “Ich war eben auch nur halb auf dem Baum“.

Trotz großer Probleme und Verzögerungen in der Probenphase wurde dieses Stück mit Stil und Liebe zum Detail auf die Bühne gebracht, getragen von spürbarer Spielfreude und gelungener Zusammenarbeit zwischen den jungen Protagonisten, dem Regie- und Technikteam (Nina Mc Allister, Timon Kleierl, Maximilian Kreuzer, Bastian Pfab und Sebastian Kistenpfennig). Regisseur Peter Seidl hatte gekonnt Kürzungen vorgenommen, was dem Zuschauer einen kurzweiligen und tiefsinnigen Abend bereitete.

Christine Kleinert

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Eingeordnet unter Schultheatertage 2016

Landeier auf Stadtgang

Vorurteile sind dazu da, um sie auszuräumen. Das zeigte die Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Erasmus-Gymnasiums mit viel Witz und Pep bei ihrer Aufführung von „Stadt, Land, Leute – kommt zeigt uns eure Welt“.

Frei nach Martin Luthers Fabel „Stadtmaus und Feldmaus“ handelte das Stück von zwei recht konträr erscheinenden Jugendgruppen: Der coolen Stadtgang in Glitzer und Stiefeletten und der Landjugend in Tracht und heimatlichem Dialekt. Die Neugier treibt die Stadtkinder auf Initiative der wunderbar kecken Pailletten-Kitty (Madita Fröhner) zur Kirwa aufs Land.

Dort treffen sie auf die fesche Dorfjugend, die die Neuankömmlinge erst einmal misstrauisch beäugt, sie jedoch nach anfänglicher Skepsis freundlich bewirtet. So kommen das Landleben und auch der Kirwatanz bei Chantal (Karina Hartmann) und deren Gang (Merit Matuschek, Julia Nerb, Melanie Romanov und Amelie Spörer) sehr gut an.

Der Gegenbesuch

Dagegen überfordert der Gegenbesuch in der Stadt mit dem vielen Verkehr die jungen Landeier (Andrea Anthofer, Julia Klassen, Sandra Weiß, Luana Brahimi, Alina Wild und Daniel Schneider) erst einmal. Und auch das scharfe Essen im indischen Restaurant Taj Mahal fordert die Mädels und Burschen so sehr, dass der schlitzohrige Seppi (Korbinian Retzer) das angebliche „Munitionspulver“ erst einmal mit einem Wodka-Redbull löschen muss. Dennoch können sie ihrem anschließenden Discobesuch einiges abgewinnen. Jedenfalls bis sie bei einer Polizeirazzia wegen ihres Alters und Alkoholkonsums die Flucht ergreifen müssen.

In der kurzen und kurzweiligen Eigenproduktion begeisterten die jungen Schauspieler ihr Publikum mit tollen Outfits, originellen Charakteren, unterhaltsamen Stimmungsbildern – etwa bei kurzen indischen Bewegungseinlagen – und jeder Menge cooler und trockener Sprüche. Zusätzlich bereichert wurde das Stück durch zwei eingebaute Tanzpassagen, die von Schülerinnen der 10. Klassen unter der Leitung von Annika Mrosek eingeübt worden waren.

In einem gelungenen Abschluss machte die konkurrierende Stadt- und Landjugend schließlich klar, dass der Unterschied zwischen langweilig und besonnen oder naiv und optimistisch – wie so oft – nur Ansichtssache ist, und es sich immer lohnt, Fremdes erst einmal kennen zu lernen.

Dankeschön-Gedicht

Nach einem langen Publikumsapplaus bedankten sich die 13 jungen Schauspieler bei ihrer Schulspielleiterin Susanna Rosemann in Form eines Gedichts und schickten die Zuschauer gut gelaunt nach Hause.

Claudia Ried

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Eingeordnet unter Schultheatertage 2015

Klassiker feiert Premiere am Erasmus-Gymnasium: Schwarzer Humor mit „Arsen und Spitzenhäubchen“

Der amerikanische Schriftsteller Joseph Kesselring verfasste sein berühmtestes Theaterstück „Arsen und Spitzenhäubchen“ im Jahr 1939, und ab 1944 wurde es weltberühmt – nämlich in dem gleichnamigen Film mit Cary Grant und unter der Regie von Frank Capra. Gegen dieses Vorbild anzuspielen, war schon besonders mutig von der Oberstufentheatergruppe des Erasmus-Gymnasiums und ihrer Leiterin Elisabeth Bremer. Aber gelohnt hat es sich jedenfalls, den engagierten Schülerinnen und Schülern zuzusehen, wie sie bei aller (beabsichtigten) Konfusion der schwarzhumorigen Handlung dem Publikum den nötigen Durchblick vermittelten und dabei über die Rampe brachten, wieviel Vergnügen ihnen selbst das Verwirrspiel um die Familie mit den seltsamen Vorlieben bereitete.
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Abby und Martha

Da sind zunächst die beiden alten Damen, die nicht nur die Spitzenhäubchen tragen, die im Titel genannt sind, sondern auch mit dem Fingerspitzengefühl der feinen Köchinnen das Arsen so zu dosieren vermögen, dass ihre Opfer (einsame, alte Männer) eines angenehmen Todes sterben. Diese Mischung aus frommem Mitleid und robuster Rücksichtslosigkeit stellten Lea Dotzler (Abby) und Franziska Rampf (Martha) sehr gewandt dar. Neffe Mortimer (überzeugend von Julian Prechtl verkörpert) ist völlig außer sich, als er das dunkle Geheimnis seiner Tanten entdeckt, und er befürchtet, dass er seine gerade geschlossene Verlobung mit der reizenden Ellen (reizend: Nina McAllister) wieder lösen muss, um sie vor dem Chaos dieser Familie zu bewahren.

Dr. Einstein (vorn) und Jonathan

Dr. Einstein (vorn) und Jonathan

Doch es kommt noch schlimmer: Neben Mortimers Bruder Teddy, der sich für Präsident Roosevelt hält (mit stürmischem Schwung: Samy Stadler), gibt es auch noch den Bruder Jonathan, der eine mörderische Karriere auf mehreren Kontinenten hinter sich hat (passend furchteinflößend: Luca Baumgärtner) und von einem ständig betrunkenen Arzt begleitet wird, der ab und zu Jonathans Gesicht umoperieren muss – Stephanie Bieda überzeugte hier als Dr. Einstein.

Dass momentan sowohl Abby und Martha als auch Jonathan gerade wieder eine Leiche verschwinden lassen wollen, sorgt für einige brenzlige Situationen, denn ständig kommt jemand ins Zimmer, der diese Leiche nicht sehen soll – vor allem die freundlichen Polizisten, die gewohnheitsmäßig zu den Tanten zum Kaffee kommen.
Eine Lösung für einige der angedeuteten Probleme zeichnet sich ab, als Teddy, Abby und Martha sich bereit erklären, in ein Sanatorium zu ziehen, und Jonathan von der Polizei abgeführt wird, doch auch ganz am Schluss wird dies noch einmal in Frage gestellt, als die Tanten dem hilfsbereiten Heimleiter Witherspoon (sehr freundlich: Amelia Wismeth) von ihrem vergifteten Holunderwein anbieten.
In weiteren Rollen wirkten engagiert mit: Timo Schmid, Lena Czarnec, Carolin Wolf, Susanne Schneider, Antonia Tschierschke und Maximilian Knab.
Mortimer und Ellen

Mortimer und Ellen

Zum Gesamteindruck trug die Einrichtung des Wohnzimmers bei (samt Sitzgarnitur aus dem Besprechungszimmer der Schule) sowie die geschickte Nutzung der Seitenabgänge – nach links hinab zum „Keller“, in dem Teddy am „Panama-Kanal“ weitergrub, um dort dann auf Bitten der Tanten die Leichen zu bestatten, und nach rechts die Treppe hinauf zu Teddys Zimmer, die mit Trompetensignal und Sturm-Kommando erklommen werden musste.
Das Publikum zeigte sich von der turbulenten Komödie sehr angetan und spendete herzlichen Applaus, auch der Spielleiterin Elisabeth Bremer, für die das Stück eine Premiere in dieser Funktion war. Man kann auf die weiteren Produktionen unter ihrer Leitung gespannt sein.

Peter Ringeisen (DJDG)

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Eingeordnet unter Schultheatertage 2015

Kinder schützen Eltern – oder wie?

Kinder! Kinder!
Erasmus-Gymnasium, 03.07.2014, 19.30 Uhr

Ein vergnüglicher Theaterabend am Erasmus – Gymnasium

„Kinder, Kinder!“ unter diesem Motto zeigte die Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Erasmus-Gymnasiums unter der Leitung von Uta Löw und Katrin Singer mehrere locker miteinander verknüpfte Spielszenen.

Zunächst durften Max und Moritz, ganz nach dem Vorbild von Wilhelm Busch, frisch und frech ihre Streiche treiben.
Die arme Witwe Bolte wurde um ihre Hühnerschar nebst Hahn gebracht, Schneider Böck musste sich aus den reißenden Fluten eines Baches retten, Onkel Fritz mit Maikäfern kämpfen und dem Lehrer Lämpel wurde das Pfeifenrauchen zum explosiven Verhängnis. Schließlich wurden die beiden Buben getreu der literarischen Vorlage für ihre Missetaten bestraft.

Weiter ging’s mit einer humorvollen und modernen Version von „Paulinchen“ aus Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter. Sichtlich genervt von den Ermahnungen ihrer Eltern wartete das Mädchen nur darauf, dass diese sie endlich alleine lassen. Als ihre Erziehungsberechtigten verschwunden waren, experimentierte Paulinchen mit einem Feuerzeug und nahm, wie sollte es auch anders sein, ein schreckliches Ende.

Nun folgten mehrere kurze Szenen, die die Eigenarten von Kindern und ihren Eltern witzig und treffend darstellten.
So wurde das ideale Kind auf einer Haushaltswarenmesse präsentiert: Es ist artig, folgsam, ruhig, lernt freiwillig, erledigt freudig Hausarbeiten, schmutzt nicht, schnurrt wenn es gestreichelt wird und kann jederzeit abgeschaltet werden, da es batteriebetrieben ist. Der perfekte Nachwuchs für gestresste Eltern!

Fratzenschneidende Kinder, schimpfende Kinder, betende Kinder und böse Kinder wurden dem Publikum im Anschluss serviert.

In der Szene „Trotzdem“ mussten sich die gutmütigen Eltern von ihren frechen Sprösslingen als „Spinner“ titulieren lassen und ihre wohlwollenden Ratschläge wurden als „Quark“ abgetan. Zu guter Letzt aber stellten die Kinder fest, dass sie zwar eigenständig sein wollen, aber sie forderten auch den Schutz ihrer Eltern, da sie diese lieb haben und brauchen.

Unterstützt wurde die gut aufgelegte und sehr textsichere Theatergruppe von Schülerinnen der Q11, die die Kurzstücke gekonnt anmoderierten.

Liebevoll gestaltet waren auch die einzelnen Tierkostüme, z.B. Witwe Boltes Federvieh oder Paulinchens Katzen.

Kurzum, eine heitere und kurzweilige Dreiviertelstunde, die die spielfreudige Truppe dem begeisterten Publikum darbot.

Maria Treml-Paskowski (Luitpold-Mittelschule)

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Eingeordnet unter Schultheatertage 2014

Ein märchenhaftes Herzstück mit aktueller Botschaft

EG, 10.04.2014, 19.30 Uhr

Die Oberstufentheatergruppe des Erasmus-Gymnasiums präsentierte „Das kalte Herz“

 Am Donnerstag, den 10.04., versammelten sich 18 Schülerinnen und Schüler der Theatergruppe unter der Leitung von Uta Löw in der Aula des Erasmus-Gymnasiums um in den „altehrwürdigen Hallen“ dem neugierigen Publikum eine märchenhafte Stunde zu bereiten. Nach der Begrüßung durch stellvertretende Direktorin Sigrid Bloch entführten die jungen Schauspieler/innen die Zuschauer in ihre Version des Hauffschen Märchens „Das kalte Herz“. In der sprachlich originalgetreuen Bühnenfassung von Uta Löw verdeutlichten die engagierten Schüler in verschiedenen Szenen, dass die Moral dieses Textes aus dem 19. Jahrhundert gerade in der heutigen Zeit an Aktualität nichts verloren hat.

Peter Munk, stimmgewaltig von Matthias Aures gegeben, ist mit seinem Leben nicht zufrieden. Die Attraktivität des Ezechiel (Samantha Stadler), Ruhm, Ehre und das liebe Geld locken ihn. Trotz der Warnungen seiner Mutter, die Lea Dotzler authentisch um Jahre gealtert spielte, begibt er sich in den Wald, um vom Schatzhauser, dem Glasmännlein, schauspielerisch brillant von Kerstin Hübner verkörpert, Wünsche zu bekommen. Doch Peter Munk scheitert mit seinen zwei materiellen Wünschen und rutscht letztendlich wieder in die Armut ab. Ein zweiter Plan muss her: Eine weitere sagenumwobene Gestalt kommt ins Spiel: der Holländer-Michel, in imposanter Größe von Elias Laurer gespielt. Diesem verkauft Peter Munk sein Herz gegen eines aus Stein und erhält dafür Geld in Hülle und Fülle. Doch er muss erkennen, dass ohne ein fühlendes Herz alles Geld der Welt keine Freunde bringt. Selbst die Hochzeit mit der armen, aber wunderschönen Lisbeth (Maria Fechtner), deren Vater (Lucas Jakob) zuerst froh über den reichen Bräutigam ist, bringt sein kaltes Herz nicht zum Erweichen. Im Zorn darüber, dass sie freigiebig Brot an arme Menschen verschenkt, tötet er sie. Doch zumindest an dieser Stelle wird er aufgerüttelt und erkennt seine Grausamkeit. Mithilfe des Glasmännleins überlistet er schließlich den Holländer-Michel und kann nicht nur sein Herz, sondern auch seine Frau zurückgewinnen. Zusammen mit seiner Mutter leben sie wohl glücklich und warmherzig zusammen bis an ihr Lebensende.

Vor allem die lebendigen Bühnenbilder gaben dem Stück eine beeindruckende Atmosphäre. Denn in vielen choreografisch und stimmlich gestalteten Skulpturen zauberten Stephanie Bieda, Simone Ebel, Anja Fischer, Cora Koch, Franziska Rampf, Louisa Schaller, Katja Wamser, Maresa Platzer, Sandra Weiß, Gizem Göz und Ceyda Hos einen eindrucksvollen Hintergrund auf die Bühne. Ganz in Schwarz mit symbolischen Attributen ausgestattet umrahmten sie wichtige Szenen: mit verschiedenen Zweigen als Bäume oder mit pochenden, roten Ballonherzen in den Szenen rund um den Holländer-Michel. Auch sprachlich durch Stimmskulpturen, in denen sie verschiedene Sätze durcheinander auf Peter Munk einschrien, untermalten sie die Stimmung der Bilder. Unterstützt wurden sie durch Licht- und Toneffekte von Florian Bartmann, Matthias Neubauer und Dominik Wagner.

Insgesamt erlebte das Publikum eine kurzweilige Stunde mit einem Märchen, dessen Moral den modernen Menschen einige Denkanstöße mitgeben kann. Und die jungen Schauspieler zeigten, dass Theater lebt und sie mit Herzblut bei der Sache sind.

Diana Schneider

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Scheherazade rettet Leben

Unterstufe des Erasmus-Gymnasiums verzaubert mit orientalischen Märchen

Aladin in Bedrängnis

Aladin in Bedrängnis

Die Theatergruppe der EG-Unterstufe unter der Leitung von Uta Löw entführte ihre Zuschauer in die wohlbekannte und doch fremde Welt der „Märchen aus tausendundeiner Nacht“.

Alles beginnt damit, dass der verwitwete König (Mario Groth) sich so unsäglich langweilt, dass er fordert, jeden Tag ein Mädchen geliefert zu bekommen, das er am Ende des Tages hinrichten lassen wird. Diese Grausamkeit kommt aber zum Glück nicht zur Durchführung, denn bereits das erste Mädchen, das der Wesir (Thomas Neubauer) zum König bringt, ist Scheherazade (Maresa Platzer), die – begleitet von ihrer kleinen Schwester Dunjazade (Alina Birkenstok) – so lebhaft und spannend Geschichten erzählen kann, dass der König unbedingt die Fortsetzung hören will, immer wieder.

Die einzelnen Märchen, mit denen Scheherazade den strengen Herrscher fesselt, werden von einem charmanten orientalisch klingenden Klarinettensolo (Paul Nardi) eingeleitet, und die souveräne Erzählerin (Marlene Schorr) verknüpft alle Teile der Bühnenhandlung zu einem Ganzen.

Wirkungsvolle Mittel und engagiertes Spiel verwandeln die Bühne in einen morgenländischen Schauplatz. So wird der Flaschengeist (Gizem Göz) mit einem Einkaufsnetz aus den Tiefen des Ozeans gefischt, und der tiefgrün bemalte Karton in Flaschenform verdeckt den Geist, der darin und dahinter steckt und den schließlich der Fischer (Stefanie Leis) überlistet.

Der Konditor (Laura-Sophie Berger) darf seine Zuckerkuchen in blütenweißer Berufskleidung an den Flickschuster (Roman Klein) verkaufen, und wenn seine Frau, die ewig unzufriedene Fatma (Ceyda Hos), darüber schimpft, dass es kein Honigkuchen ist, dann glaubt man’s dem Flickschuster, dass er kein leichtes Leben hat.

Ali, der Dieb (Andreas Hermann), lernt in einer Lehrstunde, dass man auch in diesem Beruf ein Herz für die Armen haben muss, und die Sklavin (Paula Fechtner) profitiert von einigen Geldscheinen, die zu guter Letzt für sie abfallen. Die Art der persönlichen Dienstleistung, die sie dem Geldwechsler (Amelia Hantke) erbringen muss, wird passend dadurch veranschaulicht, dass die Sklavin ihn rasieren muss – ein bisschen Rasierschaum im Gesicht, und schon ist die Atmosphäre hergestellt.

„Aladin und die Wunderlampe“ bildet den Höhepunkt der Reihe, und hier wird die Schatzhöhle, aus der die Wunderlampe geborgen werden soll, besonders farbig dargestellt. Verzauberte Wesen in glitzernden Gewändern zeigen den blendenden Reichtum der Höhle, und als Aladin (Paul Nardi) sich etwas davon abbrechen will, geben die Zauberwesen so eindrucksvoll bedrohliche Laute von sich, zittern und beben, dass der Junge schnell wieder von seinem Vorhaben ablässt.

Weitere Darstellerinnen, die meistens in mehr als einer Rolle auftraten, waren Diana Seifert und Alina Wild.
Nachdem der König nun tausendundein Märchen von Scheherazade erzählt bekommen hat (die anderen 997 wurden flott übersprungen), stellt er fest, dass ihm die junge Frau so ans Herz gewachsen ist, dass er sie heiraten will.
Kräftigen und anerkennenden Beifall ernteten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler für ihre kurzweilige, unterhaltsame Vorstellung.

Peter Ringeisen

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