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Schwarzes Theater und Superhelden

Zwei Aufführungen an einem Abend: Hommage an das schwarze Theater, gefolgt von Superhelden

[FXvS-RS, 28.04.2016]   Schwarzes Theater in gekonnter Manier, ausdrucksstark und mit großem Spieleifer, so präsentierten sich die Klasse 6b und die Schultheatergruppe Theaterfieber der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule am vergangenen Donnerstagabend in zwei Darbietungen dem begeisterten Publikum.

Den Auftakt machte die Klasse 6b mit ihrem Stück „Viertelland“  nach einer Geschichte von Gina Ruck-Pauquét mit Elementen aus dem Zirkustheater.

Viertelland ist in vier Teile zerfallen: Gelb, Blau, Rot und Grün. Roboto, die Symbolfigur für das Intolerante, achtet auf die strikte Abgrenzung der Menschen aus den verschiedenen Vierteln. Doch Erbs, einem Kind aus dem grünen Viertel,  kommen Zweifel, ob das denn alles so richtig sei. Er kann einfach nicht grün werden, trotz aller Bemühungen seiner Eltern und Großeltern.

In neun Szenen vermittelten die jungen und hoch motivierten SchülerInnen Eindrücke aus ihren Welten, stellten in wenigen, treffenden Wortwechseln die vermeintlichen Vorzüge „ihrer Welt dar“, in der alles nur gelb, nur blau, nur rot oder nur grün sein durfte. Denn nur so ist es richtig und nur so ist es wahr und gut. Nur zu dumm, dass ja jede Gruppe davon überzeugt war, die einzig wahre und richtige zu sein!

Schon in der ersten Szene konnte der kecke  Clown Babbel, gewinnend dargestellt von Pauline Meiller, die Herzen der Zuschauer für sich einnehmen, als er die Bewohner des Viertellandes zum Leben erweckte. Die schöne Eintracht wurde  aber schnell zerschlagen, als der herrische Roboto (Erika Delchmann) und der schusselige Clown Kecksi (Alina Dieter) auftauchten  und alle Bewohner wieder in ihre Viertel verscheuchten. In den kommenden sieben Szenen gaben die lachenden und gut gelaunten „Gelben“, die lockeren und ironischen „Blauen“, die liebevollen und stolzen „Roten“ und die sowieso besten und coolen „Grünen“  Einblicke in ihre Welt, verdeutlicht mit gekonnten Tanzeinlagen zu modernen Beats. Viele Lacher erntete die Szene 7 „Luftballons aufblasen“, in der auf sehr lustige und symbolhafte Weise dargestellt wurde, dass selbst schwierigste Aufgaben am besten gemeinsam gelöst werden können.

Und so bedurfte es am Ende noch eines Zauberers vom Zirkus und seinen bunten Blumensträußen , die er beeindruckend aus dem Ärmel zauberte, um das ganze Viertelland zusammenzuführen und zu überzeugen, dass bunt viel schöner ist. Genauso, wie es der kleine Erbs, hinreißend dargestellt von Roman Kunz, schon immer fühlte.

Ein Appell an Toleranz, Teamgeist, Akzeptanz und Annäherung an Anderes für ein besseres Zusammenleben der Menschen ist aktueller denn je und mit dem Stück „Viertelland“ in starken Bildern, Tänzen und Versen eindringlich vermittelt worden.

Es folgte die Aufführung von „Superhelden“, einer Szenenfolge in Eigenproduktion der Schultheatergruppe Theaterfieber.

Wieder gelang der eingeschworenen Truppe junger Theaterspieler um ihre rührigen Leiter Brigitte Bodensteiner und Jörg Grüssner ein Festival für Auge und Ohren. Mit Herzblut und vollem Einsatz entführten uns die jungen DarstellerInnen in die Welt der Superhelden.

Ausgehend von einer klassischen Warm-up Szenerie traten die einzelnen Superhelden wie „Superman“ (Thomas Reiser), „Joker“( Alexander Migotz), „Spiderman“ (Leonie Ziebert), „Robin Hood“ (Sandra Miller) oder „Catwoman“ (Lisa Berner), in eindeutigen Posen aus der Gruppe hervor und schließlich zu einem Helden-Casting an. Die Jury des Castings wurde pantomimisch äußerst gekonnt von Julia Eckl, Jessica Ril und Ines Tischner verkörpert.

Doch gerade die, die ganz oben stehen und gefeiert werden, sind auch dem Absturz immer ganz nah. Man ahnte es schon, die Demontage und das Scheitern der Superhelden ließen nicht lange auf sich warten. Selbst der verschlagene Joker (absolut überzeugend dargestellt von Alexander Migotz), dem kein Rätsel zu schwer schien, musste straucheln bei der Frage, wer wohl zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Doch ist es nicht auch heldenhaft, zu scheitern? Dann wird eben improvisiert (gekonnt und mitreißend, Lisa Berner, Johanna Meiler und Emilia Krieg) – aber auch dies musste letztendlich an allzu menschlichen Befindlichkeiten scheitern. Gut (bezaubernd, Nadine Zimmermann) und Böse (souverän, Sandra Miller) im ständigen Ringen, einmal siegt die Liebe und einmal wirft die Verbitterung zu Boden. Unverständnis, Neid, Missgunst, Verblendung, Gleichgültigkeit und Wegschauen, Streit und Ohnmacht rufen nach Helden, kleinen und größeren, in unserem Alltag. Und Gott sei Dank tauchen diese auch immer wieder auf. Angefangen von Mahatma Gahndi, über die Geschwister Scholl, die Beatles bis zu allen Mamas und Papas sowie jedem einzelnen von uns, was uns eine Beamerprojektion am Ende des Stückes bildlich vor Augen führte.

Rasante Szenenwechsel, hintersinnige Moderationen, gut gewählte Musikeinspielungen, gelungene Tanzperformances sowie Einbeziehung des Publikums ins Spielgeschehen sorgten für ein abwechslungsreiches  Schauspiel mit vielen ausdrucksstarken Bildern, welches letztendlich die Frage aufwarf, warum wir alle Superhelden suchen, lieben oder sein wollen … weil wir hin und wieder davon träumen, von einem Superhelden gerettet zu werden.

„Wahre Superhelden sind für uns Menschen, die uns in dunklen Zeiten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern!“ wurde abschließend  vom „Theaterfieber“ im Chor skandiert und vom Publikum mit stürmischem Applaus bestätigt.

Susanna Rosemann

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Hühnermord mit Schnuller

Ganz in schwarz und doch bunt gemischt – so traten die zahlreichen jungen Schauspieler der Schönwerth-Realschule am Abend des 11. April in ihrer Aula auf. Den ersten Teil des Theaterabends gestalteten dabei die 23 Schülerinnen und 4 Schüler der Theaterklasse (Klasse 5b) mit ihrem Streifzug durch „Max & Moritz“.

Witzig, selbstbewusst und mit viel Talent und sichtlichem Spaß an der Sache zeigten die Schüler am Beispiel des berüchtigten Kinderbuchklassikers eine Auswahl der Theater-Techniken, die sie bisher in ihrem Theaterunterricht gelernt hatten. Von Schattenspiel und Chorsprechen über Standbilder und Hiphoptanz bis hin zu ausgesprochen gelungene Massenszenen war viel geboten bei dieser kurzweiligen Vorstellung. Mit viel Liebe zum Detail, sorgfältig ausgewählter Musik und großem pantomimischen Einsatz – wie beispielsweise beim Zersägen von Meister Böcks Brücke – unterhielten die Theaterschüler ihr Publikum mühelos und wunderbar abwechslungsreich.

Ein Höhepunkt der Einlage war zweifellos die berühmte „Hühnermord-Szene“, in der die zu verschluckenden Brotstücke originellerweise durch Schnuller dargestellt wurden. Aber auch die coole Käferattacke auf den armen Onkel Fritz löste beim Publikum großen Beifall aus. Wilhelm Busch wäre ohne jeden Zweifel ebenso stolz auf die jungen Schauspieler gewesen wie deren Theaterlehrer Brigitte Bodensteiner und Jörg Grüssner.

Nach der Pause traten dann die Theaterschüler der 7. bis 10. Jahrgangsstufe mit ihrem Kriminalstück „Wem die Trommel schlägt“ auf. Besonders beeindruckend war allein schon der Beginn im Schwarzlicht mit ihrer auf Klangstöcken gespielten „Pink Panther“- Melodie.

Das Pink-Thema wurde auch bei der Verkleidung wieder aufgegriffen. Jedes Mitglied der Zicken-Schülerclique des Mädcheninternats, in dem das Stück spielte, trug ein pinkfarbiges Accessoire, um sich von den „braven“ Schülerinnen (Lea Gehring, Anna Schmidt-Burgk, Emma Honig und Sophie Müller) abzugrenzen. Als die neue Schülerin Zafira (beeindruckend gespielt von Laura Mazur) versucht, Teil der coolen Clique zu werden, wird sie von den herrlich zickigen IT-Girls (Johanna Meiler, Jessica Ril, Emma Prechtl, Ines Tischner, Vanessa Wismeth und Jessica Bin), glänzend angeführt von der ach so schicken Oberzicke (Emilia Krieg) verlacht und abgewiesen. Schließlich wird ihr aber doch eine Aufnahme in die Clique in Aussicht gestellt – sofern sie eine Mutprobe besteht und beim durchgeknallten Hausmeister (Sandra Miller) einbricht.

Als dann ein Mord (dargestellt als Schattenspiel) geschieht, ruft das natürlich sofort nach der Polizei, personifiziert von den einfältigen Kommissaren Watts & Wattson vom Scotland Yard (Thomas Reiser & Manuel Seiler). Nach einem intensiven Verhör ist schließlich die Schuldige ausgemacht, und die drogenschmuggelnde strenge Direktorin des Internats (Pauline Lay) wird schließlich abgeführt.

Neben dem spannenden, fast schon gruseligen Stück war auch in der zweiten Theaterhälfte an Spezialeffekten viel geboten. Unter anderem mit einem kecken Cheerleadertanz und großem Licht- und Taschenlampeneinsatz war für viel Abwechslung gesorgt.

Zum (Ab)Schluss kehrten noch einmal alle 43 Schauspieler auf die Bühne zurück und bekräftigten, dass ein derartiges Mobbing niemals und dieser Schule geduldet werden darf. Sie zeigten geschlossen, die Realschule ist eine Schule mit Courage – eine Schule gegen Rassismus und holten sich ihren wohlverdienten Applaus ab.

Claudia Ried (GMG)

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Märchenprinz landet Volltreffer

FXvS-Realschule, 07.05.2014, 19.30 Uhr

07_FXvS-RS_maerchenprinz-1Zu der Aufführung von „Märchenprinz – voll daneben“ hatte die Theatergruppe „Theaterfieber“ der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule in Amberg eingeladen. Was erwartet einen da? Ein märchenhafter Stoff, durch die Mangel der Umgangssprache gedreht? Volltreffer – aber in mehr als einem Sinn, denn was die 22 Spielerinnen und Spieler (6. bis 10. Jahrgangsstufe) unter Anleitung ihrer Lehrkräfte Brigitte Bodensteiner und Jörg Grüssner da auf die Bühne brachten, hatte Schwung und Witz, und man sah allen die Freude am Spielen an, so dass das Publikum sich kein bisschen „daneben“ fühlte.

Die Geschichte verläuft im Großen und Ganzen so: Der gutaussehende Prinz Adolar (gut aussehend: Paul Klever) wird von sämtlichen Prinzessinnen der Gegend angeschmachtet … und vor lauter Auswahl kann er sich gar nicht entscheiden, und außerdem ist er im Stress, muss er doch – wie im Märchen vorgeschrieben – Schneewittchen bei den Sieben Zwergen abholen, nachdem sie von der bösen Königin vergiftet wurde, Dornröschen ist wachzuküssen – nur gut, dass er seinen treuen Knappen (mit coolem Motorrad-Sound auftretend: Konstantin Kreiner) hat, der ihn an seine diversen Pflichten erinnert.

07_FXvS-RS_maerchenprinz-2Und so impft also die böse Königin (Sandra Miller, die alles energisch im Griff hat) den Apfel kräftig mit Gift und bringt ihn zum liebreizenden Schneewittchen (wie im Märchen: Viola Vogl) – dort jedoch gerät sie in der Eile etwas durcheinander und nimmt die vergiftete Hälfte des geteilten Apfels, so dass die böse Königin stirbt; Schneewittchen aber fällt eher aus Schreck in Ohnmacht. Daher wacht sie auch ziemlich schnell wieder auf, als der gutaussehende Prinz erscheint – doch dieser weigert sich, sie wachzuküssen, wo doch das Wachküssen so offensichtlich unnötig ist. Stattdessen eilt er lieber zu Dornröschens Schloss weiter.

Dort sehen die Zuschauer zunächst, wie die böse Fee Mathilde (dynamisch-überzeugend: Angelique Metzke) sich darauf freut, dass Dornröschen sich heute an der Spindel stechen wird – doch ist sie so ungeschickt, dass ihr die Spindel zu Boden fällt, wo die Spitze abbricht. An dieser Spindel kann man sich beim besten Willen nicht in den Finger stechen, das merkt auch Dornröschen (Selina Zander, verspielt und heiter). Doch sie tut einfach so, als ob sie in hundertjährigen Schlaf verfiele – das Märchen muss ja weitergehen. Aber auch hier erkennt der Prinz den Schwindel und weigert sich, die Prinzessin zu küssen. Um vielleicht doch noch ein Happy End zu erreichen, schlägt Knappe Georg schließlich vor, man könne ja eine funktionstüchtige Spindel aus dem Märchen von Frau Holle ausleihen, denn da fallen ja Spindeln in den Brunnen.

07_FXvS-RS_maerchenprinz-3Diese geniale Idee wird in die Tat umgesetzt, man schleicht sich also bei Frau Holle ein … und verliebt sich prompt in Goldmarie (Sophie Heuberger) – da treten aber auf einmal Schneewittchen und Dornröschen auf den Plan, und der Prinz muss sich entscheiden. Entgegen aller Erwartungen will er aber nicht eine der Prinzessinnen heiraten, sondern er wählt die Märchenerzählerin (Ines Tischner), die charmant und souverän die Reise durchs Märchenland moderiert hat!

Die turbulente Handlung war schon witzig, aber noch mehr sorgte die liebevolle Ausgestaltung mit den Mitteln des Schultheaters dafür, dass das Publikum mit Begeisterung dabei war. So wurde beispielsweise in präzisen und schwungvollen Auftritten ein Chor eingesetzt, der mit und ohne Masken eine gute Figur machte. Der Zauberspiegel der bösen Königin war gleich doppelt vorhanden und wurde durch einen sehr gelungenen Spiegeltanz eingeführt. Die Brote, die im Märchen von Frau Holle im Ofen rösteten, waren nicht nur durch individuell gestaltete T-Shirts als „Toastbrot“ oder „Vollkornbrot“ zu identifizieren, sondern durch geschickte Lichtregie mit einem Projektor sah man auch, wie die Flammen sie zu verbrennen drohten.

Nicht zuletzt war es auch das nahtlose und gelungene Zusammenspiel aller Akteurinnen und Akteure, die den Theaterabend der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule zu einem Vergnügen machte. Dazu trugen außer den bereits Genannten (zum Teil in mehreren Rollen) bei: Luisa Bock, Emilia Krieg, Ann-Kathrin Lehmeier, Johanna Meiler, Lisa Strahl, Sophie Müller, Loreen Ziehn, Lisa Berner, Emma Prechtl, Laura Mazur, Jessica Bin, Christine Schönfelder, Pauline Lay und Anna Schmidt-Burgk.
Die Theaterlehrkräfte Brigitte Bodensteiner und Jörg Grüssner können stolz sein auf ihre spielfreudige und disziplinierte Truppe.

Peter Ringeisen

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Bis(s) der Tod sie scheidet!

Die Franz-Xaver-von Schönwerth-Realschule lieferte mit ihrem Stück „Biss zur letzten Stunde“ einen gruslig-romantischen Beitrag zu den Amberger Schulspieltagen

Bewaffnet mit einem Kruzifix und einer Knolle Knoblauch begrüßte am Donnerstag, den 06.06.2013, um 19.30 Konrektor Brunner die Zuschauer in der abgedunkelten, neuen Aula der Realschule, um ihnen mitzuteilen, dass seit ein paar Monaten allerlei lichtscheues Gesindel in der Schule gesichtet worden sei. Das Publikum, das die Aula bis fast auf den letzten Sitz füllte, durfte also gespannt sein.

Die Story, die die Theatergruppe unter der Leitung von Brigitte Bodensteiner auf die Bühne brachte, ist schnell erzählt, da hinlänglich aus der erfolgreichen Twighlight-Trilogie bekannt: Vampir verliebt sich in Sterbliche, will sie aber nicht beißen und…ja genau hier nimmt der Weg eine überraschende Wendung…geht zu einem Psychiater. Und so ernteten die jungen Schauspieler/innen die ersten Lacher, als Georghi Nosferatu, dargeboten von Angelique Metzke, mit einer sehr ungesunden Gesichtsfarbe auf der roten Couch des Dr. Morus, gespielt von Pauline Lay, Platz nimmt. Mit Unterstützung seiner drei bezaubernden Schwesternhelferinnen (Christine Schönfelder, Anna Schmid-Burgk, Sarah Riepl) und seinem Kollegen Dr. Thompson (Paul Klever) versucht der zeitweise recht verwirrte Nervenarzt hinter das Geheimnis der Beißhemmung des Vampirs zu kommen. Das Rätsel ist schnell gelöst. Denn seit der Vampir sich „unsterblich“ in die reizende Jungfrau Jennifer Lancing (Jessica Vondracek) verliebt hat, schafft er es nicht mehr, frische Nahrung zu sich zu nehmen, sondern muss zum Amüsement seiner vier kichernden Schwestern (Sophie Müller, Emma Prechtl, Lisa Strahl, Loreen Ziehn) auf Blutkonserven umsteigen. Dr. Morus weiß Abhilfe und verschreibt dem liebeskranken Vampir eine Woche Jennifer-Abstinenz. Stattdessen schickt er drei Mädchen aus dem Rotlichtgewerbe, sehr unterhaltsam gespielt von Lea Gehring, Emma Honig und Laura Radzuik, um ihn abzulenken. Allerdings fallen die drei kurzerhand dem wiedererwachten Hunger des Vampirs und seiner Schwestern zum Opfer. Nachdem Miss Lancing von ihrem Geliebten in der Gestalt des sehr charmanten Jungen Benny, toll umgesetzt von Konstantin Kreiner, von der Möglichkeit einer Liebe zwischen Vampir und Sterblicher überzeugt wird, geht sie zu ihm, um sich beißen zu lassen. Doch dieses Opfer führt dazu, dass Nosferatu aus dem Vampirdasein befreit wird und seine Jenny glücklich, bis(s) dass der Tod sie scheidet, lieben kann.

Um diese romantisch-gruselige Liebesgeschichte präsentierten die jungen Künstler jedoch noch viele witzige Einlagen in Form verschiedener Patienten bei Dr. Morus: Da wäre ein Herr namens Bello, der sich für einen Hund hält und schließlich einen Platz im Tierheim findet, fantastisch von Sandra Miller gespielt. Aber auch der sehr Mama fixierte Mr. Habermann (ebenfalls Konstantin Kreiner) erheiterte mit seiner kratzbürstig-hysterischen Mutter (Selina Zander) das Publikum. Nicht zu vergessen die beiden Schwestern Regenwittchen (Viola Vogl) und Schneewittchen (ebenfalls Selina Zander), die sich lauthals über ihre völlig durchgeknallte Schwiegermutter auslassen und die helfenden Hände des Sanitäters (Stefanie Kellermann).

Musikalisch untermalt wurde das Programm von der Schulband (Felix Nörtemann, Markus Vielberth, Johannes Engelhard, Kristina Zeiser, Florian Knab, Simon Storch, Sarah Bauer, Teresa Reindl), die ein breites Repertoire an aktuellen Liedern, die zu den einzelnen Szenen passten, gekonnt darboten.

Wie die Schüler/innen selbst zum Abschluss sagten, habe Frau Bodensteiner es ermöglicht, dass ein chaotischer Haufen an unterschiedlichsten Charakteren am Schluss eine Einheit bildete. Die Schüler/innen hatten sichtlich Spaß auf der Bühne und entführten ein begeistert applaudierendes Publikum fast zwei Stunden in eine andere Welt.

Diana Schneider

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Brave Mädchen kommen in den Himmel – freche auf die Bühne!

Am Donnerstag, den 05.07.2012, um 19.30 Uhr verwandelte die Theatergruppe der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule Amberg die fast voll besetzte Aula in das Fernsehstudio des Frauenmagazins „LilaPink“, um mit dem Publikum die spannende Frage zu klären, ob nun Frauen wirklich schön sein müssen. Durch das Programm leiteten die beiden charmanten Moderatorinnen Lila (Selina Zander) und Pink (Nina Wiehrl). Als Studiogäste standen ihnen die engagierte und recht resolute Psychologin Ute, brillant umgesetzt von Franziska Seidel, und die Patientin Blue, überzeugend von Tina Wiesgickl gespielt, Rede und Antwort. Unterbrochen wurde das Interview durch Spielszenen, die dem zwischen Grinsen und schallendem Lachen hin und her gerissenen Publikum die Problematik des typisch männlichen und typisch weiblichen Verhaltens näher bringen sollten.

Blue mit dem melancholischen Blues machte gleich zu Anfang klar, dass ihre Depressionen auf ihren eigentlichen Namen Eva zurückzuführen sind, da sie ja schließlich für den biblischen Sündenfall verantwortlich sei. Pantomimisch verführte dazu Annika Reichenbach als punkiger Teufel das Girly Lea Gehring zum Biss in den Apfel. Geahndet wurde dieses menschheitsumwälzende Ereignis vom Polizisten Konstantin Kreiner.

Doch wo sonst sollte die Depression der Patientin Blue enden als in einer ausgewachsenen und frauentypischen Bulimie und Schokoladensucht? In der Folgeszene machte allerdings die im rosa Röckchen anfangs recht süß und unschuldig wirkende Emma Honig ganz selbstsicher tanzend klar, dass sie lieber einen Mann als Schokolade möchte.

Die nächste Szene nahm dann den Schönheitswahn der heutigen Gesellschaft aufs Korn. Viola Vogl attackierte absolut überzeugend den nichts ahnenden Paul Klever mit ihrem geballten Männerhass, obwohl dieser nur versuchte, ein Buch auf einer Parkbank zu lesen.

Natürlich bemühten sich die beiden Moderatorinnen auch um weitere wissenschaftliche Gäste und konnten mithilfe von zwei renommierten Verhaltensforschern (Konstantin Kreiner, Cora Kallenbach) Licht in das Dunkel der männlichen und weiblichen Verhaltensweisen bringen. Der Bericht wurde spielerisch sehr amüsant durch eine Szene einer Reifenpanne umgesetzt, in der zwei hormongesteuerte Jungs (Christoph Schöppl, Paul Klever) sich um ein „Weibchen“ (Lea Rösel) stritten. Die beiden Jungs schafften es mit ihrer exzellenten Mimik das Publikum in ein Dauerlachen zu versetzen.

Danach wurde die Stärke der modernen Frau durch eine komplette Kampfsporttruppe, geführt von Marta Stoinska, demonstriert. Die letzte Szene vor der Pause machte deutlich, dass die Frauenquote im Job nicht umsonst diskutiert wird. Als hormongesteuerter Personalchef glänzte Christoph Schöppl, der lieber das blonde „Blödchen“ (Laura Radzuik) einstellen würde als die zu intelligente Cora Kallenbach. Letztendlich wurde er von der selbstbewusst auftretenden Lisa-Marie Hübner dann aus seinem Job gefeuert.

Die Pause versüßte einmal mehr die Schulband unter der Leitung von Jochen Glaser. Mit Felix Nörtemann am E-Piano, Johannes Engelhard am Bass, Teresa Reindl an der Gitarre und den beiden stimmgewaltigen Sängerinnen Sarah Danzer und Sarah Bauer sorgten sie während der Aufführung und dazwischen für Stimmung.

Doch kaum aus der Pause zurück, musste das Publikum ran: Blondinnen-Witze erzählen, aus dem eigenen Nähkästchen plaudern, den Stellenwert der Männer beurteilen und natürlich weise Ratschläge entgegen nehmen. Für einen absoluten Lacher sorgten dann kurz vor Schluss drei ältere Damen (Viola Vogl, Christoph Schöppl, Tina Wiesgickl), die ihre Lebensweisheiten an ein eben gerade von ihrem Freund verlassenes junges Mädchen weitergaben. In der Abschlussszene zeigte Blue dem Publikum ihre Rettung durch einen bayerischen Engel (Laura Radzuik), der sich als Faschingsgast entpuppte. Die beiden Sängerinnen der Schulband brillierten hier mit dem Song „Wer wird denn woana“. Gelungener Abschluss eines absolut kurzweiligen und unterhaltsamen Abends war das Lied „Peep peep“, das von der gesamten Theatergruppe gesungen wurde.

Die Leiterin Brigitte Bodensteiner wurde mit ihrer Theatergruppe mit tosendem Applaus für einen unterhaltsamen Abend belohnt und man darf gespannt sein, was die Truppe im nächsten Jahr zu bieten hat.

Diana Schneider

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