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Von einem Märchen, das begeisterte

Am Dienstagabend lernten vierzehn Mädchen und Jungen aus den 5. und 6. Klassen des Erasmus-Gymnasiums zwar vielleicht nicht das Gruseln, aber zumindest doch das Lampenfiebern. Aufgeregt warteten die jungen Schauspieler darauf, dass ihr Schulleiter den Vorhang öffnen ließ, denn sie hatten dem Publikum mit ihrem Stück „Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen“ einiges zu bieten.
Der liebenswerte, aber naive Michel, wunderbar gespielt von Luca Hajek, möchte nichts lieber, als das Gruseln zu lernen. Stattdessen muss er sich jedoch von allen als Holzkopf, Spinner und Schlimmeres beschimpfen lassen. Schließlich erbarmt sich der Küster und will dem Jungen auf dem Glockenturm in Verkleidung eines Gespenstes das Fürchten lehren. Doch der unerschrockene Michel schlägt die vermummte Gestalt kurzerhand in die Flucht – und grün und blau. Daraufhin wird Michel vom Vater des Hauses verwiesen und sucht in der Ferne sein Glück.
In einer gut besetzten Wirtsstube erfährt er von einem Spukschloss hinter den Hügeln. Demjenigen, der die Geister dort bezwingt, winkt die Hand der Prinzessin. In der Hoffnung, auf einen Streich Thronerbe und Grusellehrling zu werden, macht Michel sich auf den Weg zum Schloss. Des Nachts versuchen wilde Katzen mit messerscharfen Krallen ihn zu erschrecken. Doch Michel kürzt ihnen rasch die Krallen und jagt sie davon. Auch ein Furcht einflößender Riese und eine Mumie bringen den jungen Wandersmann nicht aus der Ruhe. Und als er den letzten Geist kurzerhand durch Einklemmen seines Bartes außer Gefecht setzt, bietet ihm dieser nicht nur reichlich Gold, sondern auch den Abzug aller Spukgesellen aus dem Schloss an.
So erhält Michel wie erhofft die Hand seiner Prinzessin. Diese ist zwar natürlich wunderschön, doch um einiges kratzbürstiger und scharfzüngiger als erwartet. Mit ihrem erfrischenden Spiel unterhielt „Prinzessin“ Lea Forster dabei das Publikum glänzend. Und als sie dann auch noch mit Gurkenmaske vor ihren angetrauten Michel trat, erfüllte sich endlich auch dessen größter Wunsch: Es gruselte ihn ganz fürchterlich, wenn auch vor der eigenen Frau…
Der Spielleiterin Uta Löw ist es mit diesem amüsanten Märchen wieder einmal gelungen, ihre Schüler und, durch die Aufführung, auch das Publikum zu begeistern. Und auch bei Elisabeth Burke, Nina Chowanietz, Mario Groth, Katinka Himmelhuber, Anna-Lena Hirthe, Helen Jaeckel, Katja Köferl, Isabell Lutter, Savan Mack, Maresa Platzer, Sarah Schmidt und Natalie Zintl was das Zuschauen eine Freude. Liebevolle Details wie lebendige Glocken, ein schauriges Grusellied sowie ein Totenkopf zum Kegeln rundeten das kurzweilige Stück ab.

Claudia Ried (GMG)

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Eingeordnet unter Schultheatertage 2011