Monatsarchiv: August 2015

Irrungen und Wirrungen am GMG

Die Theatergruppe der Mittelstufe präsentierte das Stück „Espaker Ehsá – spielt, was ihr wollt“.

Die einzelnen Szenen wurden mit tonuntermalten Bildern unterlegt, um die Zuschauer auf die verschiedenen Handlungsorte einzustimmen. Die Requisiten und Kulissen konnten dadurch geschickt auf ein Minimum reduziert werden.

Das erste Bild entführte den Betrachter an einen traumhaften Sandstrand, an dem die junge Viola (Aurelia Ziegler, 8b) nach einem Schiffbruch landet. Sie findet dort den Koffer ihres Zwillingsbruders Sebastian (Jennifer Bektimirov, 6b). Viola hält ihn für tot. Sie verkleidet sich als Junge und findet als Cesario Unterschlupf bei Herzog Orsino (Valeria Lagutina, 8d), dem sie fortan als Diener zur Seite steht.

Ihr Zwillingsbruder Sebastian wird von Antonio (Carolin Spies, 8d), dem Feinde Orsinos, gerettet und aufgenommen.

Orsino ist verliebt in die schöne Gräfin Olivia (Emily Landel, 7a), die seine Zuneigung aber nicht erwidert. Zu sehr ist sie damit beschäftigt, ihren mittellosen Onkel Graf Rülps (Valeria Maas, 7a) loszuwerden, der sich bei ihr eingenistet hat und nichts weiter zu tun hat, als mit seinem Freund Ritter Bleichenwang (Clarissa Cizek, 8b) um die Häuser zu ziehen.

Cesario/Viola wird als Orsinos Liebesbote zu Olivia gesandt und prompt verliebt sich Olivia in den vermeintlichen jungen Mann. Viola/Cesario hingegen ist heimlich in Orsino verschossen.

Das muntere Verwirrspiel nimmt seinen weiteren Lauf, als sich Maria, Olivias Dienerin (Judith Bässler, 8b), Graf Rülps und Ritter Bleichenwang zusammentun und sich gegen Malvolio (Tamara Lindner, 6b), Olivias Haushofmeister, verschwören. Maria fälscht Olivias Handschrift und schreibt in deren Namen einen Liebesbrief an Malvolio. Olivia geht auf die Werbung des verliebten Haushofmeisters, der sich schon als Graf wähnt, nicht ein, lässt ihn unter Arrest setzen und vermählt sich insgeheim mit Sebastian, den sie für Cesario/Viola hält.

Am Schluss klären sich, wie sollte es auch anders ein, sämtliche Intrigen und Verwechslungen auf. Viola und ihr Zwillingsbruder finden sich wieder, Orsino und Viola werden ein Paar, Graf Rülps, Maria und Ritter Bleichenwang werden für ihre Hinterlist bestraft.

In weiteren Rollen waren zu sehen: Cedric Traub, 8b, als Narr Feste, Michelle Maier, 6e, als Fabian, Eva Maria Blank, 8b, und Tabea Haag, 8a, als Polizisten.

Unter der Leitung von Christoph Schulz zeigte die spielfreudige und sehr textsichere Theatergruppe eine kurzweilige und spannende Aufführung nach W. Shakespeares Stück „Was ihr wollt“. Trotz der leider nur zur Hälfte gefüllten Mensa wurde die herausragende Leistung der jungen Schauspieler mit tosendem Applaus gewürdigt.

Maria Treml-Paskowski (Luitpold-Mittelschule)

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Shakespeare am Max-Reger-Gymnasium: Romeo und Julia – reloaded

Ein alter Klassiker, möchte man meinen, doch Norbert Franck versteht es dieses berühmte Stück in die heutige Zeit zu versetzen.

In der ersten Szene probt die gymnasiale Theatergruppe einer Gesamtschule die bekannte Balkonszene des Shakespearestückes. Doch der kleine Simon (Philipp Schötz, 5c), der den Romeo spielen soll, wirft hin und verlässt die Theatergruppe. Die Frage der Neubesetzung macht Julia Kapulet (überzeugend authentisch: Johanna Wiesner, 8a), die auch im Schultheater die Rolle der Julia übernimmt, auf den Realschüler Romeo (Silas Klemm, 7a) aufmerksam und so nimmt die Liebesgeschichte – wie im Original – ihren Lauf. Aber auch hier sind sowohl Romeos Vater, der Eisdielenbetreiber Giovanni Belmonte (herrlich italienisch: Lennard Dannehl, 5b) als auch Julias Mutter Katrin Kapulet (wunderbar hochmütig und überheblich: Amelie Pfamminger, 7c) wenig begeistert. Ebenso verhält es sich bei der jeweiligen Clique: Julias Freunde am Gymnasium, allen voran Patrick Prinz (mutig und verwegen: Luca Adams, 7a), wie auch Romeos Begleiter sind voreingenommen, und stellen sich gegen die Beziehung.

Lediglich Pater Lorenz (immer freundlich, Charlotte Häusler, 5a), unterstützt durch die Musiklehrerin Rosella Schubert (Lena Grosspeter, 8b), versucht zu vermitteln wie wichtig Toleranz im gemeinsamen Miteinander ist. Aber bei den Schülern, und leider auch bei der Direktorin des Gymnasiums, Gwendolin Rottweiler (autoritär und gefürchtet: Lea Eckert, 8a) treffen die Reden des Paters auf taube Ohren.

In schnell wechselnden Kurzdialogen wird deutlich, dass im jeweiligen Umfeld die Liebesbeziehung nicht geduldet wird, und dass der brodelnde Konflikt – durch die Gymnasiumsdirektorin noch angefacht – eskalieren wird:

Romeos Freund Marc (Fabian Gehring, 7a) provoziert den Gymnasiasten Tybor (Jana Zinnbauer, 8a) zu einer Schlägerei. Da Marc dabei verletzt wird, will Romeo Tybor zur Rede stellen – doch auch diese Auseinandersetzung wird nicht friedlich gelöst.

Daraufhin wird Romeo der Schule verwiesen und das junge Paar zieht sich in ein Versteck zurück, das ihnen Pater Lorenz zur Verfügung stellt. Aus Sorge um die verschwundenen Kinder überwinden die verfeindeten Eltern sogar ihre Vorurteile und versöhnen sich.

In einer Art Prozess wird Romeos Schulverweis aufgehoben, aber Patrick, Linda (Charlotte Singer, 7a) und zuletzt auch Frau Rottweiler werden wegen ihres aufhetzerischen Verhaltens zur Rechenschaft gezogen.

In weiteren Rollen überzeugten Stella Stöckl (5a) als Realschulleiter, Hanna Schallmaier (5c), Leonie Reiß (5b), Laura Taller (7c), Rosa Steinbach (5b), Julia Plawiak (6b) und Lena Breitschaft (5c) als Freunde von Julia oder Romeo.

Hier endet „Romeo und Julia“, ein Stück mit langer Tradition, das in dieser Inszenierung höchst zeitgemäße Probleme wie Toleranz, Respekt und Menschlichket anspricht, mit einem Happy End.

Das Publikum zeigte sich begeistert – nicht nur von den schauspielerischen Leistungen der 19 Schülerinnen und Schüler, sondern auch von den musikalischen Einlagen: Jana Zinnbauer untermalte mit emotionalem Gesang und Klavierspiel die romantische Annäherung von Julia und Romeo, aber auch Rapeinlagen umrahmten den Abend. Es bleibt auf weitere gelungene und Produktionen unter der Leitung von Bianca Rauchenberger und Nina Kohl zu hoffen.

Elisabeth Bremer (Erasmus-Gymnasium)

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