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Wo bitte geht’s nach Dionys? DJD-Theater gibt Antwort

DJDG, 12.03.2014, 19.30 Uhr

Bilder von der GeneralprobeMan fragt sich schon, was das wohl für ein Theaterstück sein wird, wenn man im Flyer der diesjährigen Schultheatertage den Titel „Noch fünf Minuten bis Dionys“ liest. Für noch mehr Verwirrung sorgt dann am Abend der Aufführung der Programmzettel, auf dem „Dionys“ durchgestrichen und durch „Buffalo!“ ersetzt ist. „Wie komme ich zum Thema?“ wird auch noch in der 1. Szene gefragt, einer beeindruckend dargestellten Bearbeitung eines Gedichts von Ernst Jandl. Die Antwort darauf geben die Schülerinnen der Theatergruppe II und des Wahlfachs Tanz des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums unter der Leitung von Peter und Sigrid Ringeisen: mit Sketchen, Balladen, Tänzen und einem Saxophon (sicher gespielt von Kerstin Kellermann), dessen Klänge die abwechslungsreichen Szenen miteinander verbinden.
Für diesen bunten und äußerst vergnüglichen Theaterabend müssen die Schauspielerinnen (Elvira Galiev, Verena Kosel, Katharina Schricker, Lisa Bleisteiner, Julia Döberl, Alina Feldmeier, Lisa Frischholz, Nathalie Heldrich. Katharina Müller, Sabrina Netta, Nicole Piehler, Ursina Besold, Bianca Hampl, Stefanie Linke, Luisa Lobensteiner, Theresa Neubauer, Anna Sailer) in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen. In Karl Valentins „Hutladen“ bringt ein Kunde den Verkäufer schier zur Verzweiflung. Das Schiff, das in Fontanes Ballade „John Maynard“ über den Eriesee fliegt, wird mit einfachsten Mitteln pantomimisch überzeugend dargestellt. Auf Dramatik folgt kreativ bearbeitete Unterhaltung: Nicht nur Carlo Manzonis „Das Pferd kann es nicht“ sorgt für Heiterkeit im Publikum. Dass die Theatertruppe nah am Zeitgeschehen ist, zeigen auch die witzig und kritisch bearbeiteten Szenen zu Goethes „Zauberlehrling“ und Schillers „Bürgschaft“. Die Rolle des sich unkontrolliert teilenden Besens nehmen heutzutage eben nicht mehr beherrschbare Roboter ein und Damon schleicht mit dem Messer nicht etwa zum Tyrannen Dionys, sondern zur NSA, um die Stadt von der Überwachung zu befreien. Und gemampft wird in der MeNSA, die schöne neue Welt lässt grüßen! Der kleinkarierte Umgang mit dem Dichterfürsten wird in der Szene „Goethe im Examen“ aufs Korn genommen: Ein putzmunterer, temperamentvoller Goethe zeigt den gestrengen Prüfern, worauf es im Leben eines Dichters wirklich ankommt. Mit Schillers „Handschuh“ und einer szenisch überzeugenden Darbietung von Hilde Domins „Unaufhaltsam“ schließt sich der bunte Reigen. Dass der Theaterabend zu einer rundum gelungenen und die Zuschauer begeisternden Veranstaltung wurde, ist nicht zuletzt den fast schon zur Tradition gewordenen Auftritten der Tanzgruppe (Annika Biber, Lisa Haslbeck, Charlotte Wiesent, Celin Auerswald, Jenne Elliott, Franziska Sippl, Elvira Galiev, Melanie Horn) zu verdanken. Wie die Mädels zu „Paris va bien“ und „Bang Bang“ nach der Choreographie von Sigrid Ringeisen tanzen, ist einfach nur Klasse! Nach diesem unterhaltsamen und kurzweiligen Abend kann der Zuschauer entspannt nach Hause gehen: Er weiß jetzt, wo’s langgeht nach Dionys. Uta Löw

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Eingeordnet unter Schultheatertage 2014