Schlagwort-Archive: Das kalte Herz

Ein märchenhaftes Herzstück mit aktueller Botschaft

EG, 10.04.2014, 19.30 Uhr

Die Oberstufentheatergruppe des Erasmus-Gymnasiums präsentierte „Das kalte Herz“

 Am Donnerstag, den 10.04., versammelten sich 18 Schülerinnen und Schüler der Theatergruppe unter der Leitung von Uta Löw in der Aula des Erasmus-Gymnasiums um in den „altehrwürdigen Hallen“ dem neugierigen Publikum eine märchenhafte Stunde zu bereiten. Nach der Begrüßung durch stellvertretende Direktorin Sigrid Bloch entführten die jungen Schauspieler/innen die Zuschauer in ihre Version des Hauffschen Märchens „Das kalte Herz“. In der sprachlich originalgetreuen Bühnenfassung von Uta Löw verdeutlichten die engagierten Schüler in verschiedenen Szenen, dass die Moral dieses Textes aus dem 19. Jahrhundert gerade in der heutigen Zeit an Aktualität nichts verloren hat.

Peter Munk, stimmgewaltig von Matthias Aures gegeben, ist mit seinem Leben nicht zufrieden. Die Attraktivität des Ezechiel (Samantha Stadler), Ruhm, Ehre und das liebe Geld locken ihn. Trotz der Warnungen seiner Mutter, die Lea Dotzler authentisch um Jahre gealtert spielte, begibt er sich in den Wald, um vom Schatzhauser, dem Glasmännlein, schauspielerisch brillant von Kerstin Hübner verkörpert, Wünsche zu bekommen. Doch Peter Munk scheitert mit seinen zwei materiellen Wünschen und rutscht letztendlich wieder in die Armut ab. Ein zweiter Plan muss her: Eine weitere sagenumwobene Gestalt kommt ins Spiel: der Holländer-Michel, in imposanter Größe von Elias Laurer gespielt. Diesem verkauft Peter Munk sein Herz gegen eines aus Stein und erhält dafür Geld in Hülle und Fülle. Doch er muss erkennen, dass ohne ein fühlendes Herz alles Geld der Welt keine Freunde bringt. Selbst die Hochzeit mit der armen, aber wunderschönen Lisbeth (Maria Fechtner), deren Vater (Lucas Jakob) zuerst froh über den reichen Bräutigam ist, bringt sein kaltes Herz nicht zum Erweichen. Im Zorn darüber, dass sie freigiebig Brot an arme Menschen verschenkt, tötet er sie. Doch zumindest an dieser Stelle wird er aufgerüttelt und erkennt seine Grausamkeit. Mithilfe des Glasmännleins überlistet er schließlich den Holländer-Michel und kann nicht nur sein Herz, sondern auch seine Frau zurückgewinnen. Zusammen mit seiner Mutter leben sie wohl glücklich und warmherzig zusammen bis an ihr Lebensende.

Vor allem die lebendigen Bühnenbilder gaben dem Stück eine beeindruckende Atmosphäre. Denn in vielen choreografisch und stimmlich gestalteten Skulpturen zauberten Stephanie Bieda, Simone Ebel, Anja Fischer, Cora Koch, Franziska Rampf, Louisa Schaller, Katja Wamser, Maresa Platzer, Sandra Weiß, Gizem Göz und Ceyda Hos einen eindrucksvollen Hintergrund auf die Bühne. Ganz in Schwarz mit symbolischen Attributen ausgestattet umrahmten sie wichtige Szenen: mit verschiedenen Zweigen als Bäume oder mit pochenden, roten Ballonherzen in den Szenen rund um den Holländer-Michel. Auch sprachlich durch Stimmskulpturen, in denen sie verschiedene Sätze durcheinander auf Peter Munk einschrien, untermalten sie die Stimmung der Bilder. Unterstützt wurden sie durch Licht- und Toneffekte von Florian Bartmann, Matthias Neubauer und Dominik Wagner.

Insgesamt erlebte das Publikum eine kurzweilige Stunde mit einem Märchen, dessen Moral den modernen Menschen einige Denkanstöße mitgeben kann. Und die jungen Schauspieler zeigten, dass Theater lebt und sie mit Herzblut bei der Sache sind.

Diana Schneider

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Schultheatertage 2014