Schlagwort-Archive: Bubblegum und Brillanten

Bubblegum und Brillanten – und ein toter Kater

Bubblegum und Brillanten
Max-Reger-Gymnasium, 05.06.2014, 19.30 Uhr

Wenn man sich tatsächlich totlachen könnte, dann wären wohl einige Besucher des spritzigen Theaterstücks „Bubblegum und Brillanten“, das die Unter- und Mittelstufentheatergruppe des Max-Reger-Gymnasiums am vergangenen Donnerstag Abend aufführte, ernsthaft in Bedrängnis gekommen. Dagegen wäre Hauptdarstellerin Lady Middlesome (aristokratisch und galant gespielt von Sophie Nibler) dankbar gewesen über eine derart einfache Art des Selbstmords.

Nachdem ihr Ehemann, Sir George (würdevoll repräsentiert durch Johannes Büchner) durch unternehmerisches Ungeschick vor einem Schuldenberg steht, hatten die beiden nämlich den Plan gefasst, sich das Leben zu nehmen. Der herrlich trockene und vielschichtige Butler Mortimer (grandios: Luca Adams) gratuliert dem Ehepaar zwar zu diesem ehrenvollen Ausweg, interessiert sich aber mehr für eine passable Empfehlung für eine zukünftige Anstellung sowie einen Abgang ohne allzuviel Blutvergießen – schließlich wüde er derjenige sein, der später aufzuräumen hätte.

Währenddessen erwartet die gestrenge Lady Martha (Sophia Bäumler), die verwitwete Tante Sir Georges, ungeduldig das Ableben ihres Neffen, um ihrer anstehenden Bridgerunde den nötigen unheimlichen Flair bieten zu können. Lady Marthas Tochter Catherine dagegen (Amelie Pflamminger) versucht die Unglücklichen von ihrem tödlichen Plan abzubringen, lässt sich aber schließlich durch die Avancen von David Middleton (Cleopatra Linzer) ablenken. Auch das Dienstmädchen Jane (Johanna Wiesner) hat einen eifrigen Verehrer, den unbekümmerten Konkursverwalter/Casanova Jonathan (wunderbar erfrischend gespielt von Jana Zinnbauer) – und außerdem seit dem Ableben des Hauskaters Lord Tom Miau Miau III alias Miststück eine Sorge weniger.

Nachdem sämtliche Selbstmordversuche an Hindernissen wie Ladehemmungen, unverträglichen Schlaftabletten, Höhenangst, gepfändeten Seilen oder streikenden Zügen scheitern, erhalten die Middlesomes Besuch von ihrer Versicherungsvertreterin (Maria Gmeiner), die, alarmiert von einer verfrüht erschienen Todesanzeige des Aristokratenpaars, ihre Kunden darauf hinweist, dass die Lebensversicherung bei Selbstmord nicht ausgezahlt werden kann. Der findige Earl engagiert daraufhin kurzerhand einen Auftragskiller, um das Problem – bzw. sich selbst – ein für alle mal aus der Welt zu schaffen. Allerdings zeigt sich der Attentäterneuling Harold (sehr überzeugend: Lia Haberland) der Aufgabe kaum gewachsen. Zu wenige Vorhänge, zu wenig Munition – vor allem aber zu wenig Courage für den Job. Seine Angetraute Wendy (herrlich gespielt von Charlotte Singer) dagegen ist mit allen Wassern gewaschen und nur allzu bereit, den Auftrag an sich zu reißen. Da jedoch die einzige Beschreibung ihrer geplanten Opfer darin besteht, nach Brillantringen an deren Händen Ausschau zu halten, steht selbst die findige Wendy bald vor einem Problem: An allen Ecken und Enden tauchen plötzlich eben solche Brillantringe (günstig beim Kaugummiautomaten erstanden…) auf, nicht zuletzt an den Händen der drei geladenen Bridgedamen (Marion Hoffmann, Julia Plawiak und Lorena Eckl).

Als Sir George und seine Gemahlin endlich begreifen, dass auch ein Leben ohne Geld noch erfüllt und erstrebenswert sein kann, ist es beinahe zu spät. Nur mit List und der Hilfe der gerufenen Madam Inspector (Lena Grosspeter) und deren Constable (Lea Eckert) gelingt es, das Mörderpärchen auszubremsen.

Die sechzehn sichtlich begeisterten Schauspieler sowie die – zurecht – stolze Theaterleiterin Bianca Reichenberger zauberten aus witzigen und kurzweiligen Stück einen ausgesprochen gelungenen Abend.

Claudia Ried (GMG)

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Schultheatertage 2014