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Engagierte Darstellerinnen und Darsteller: Erfolgreicher Auftakt 2020

[Stadttheater, 14.02.2020] Bunte und lebendige Schultheaterszene bietet breites Spektrum

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Zum 28. Mal gibt es heuer ein Programm „Amberger Schultheatertage“ – und bereits zum achten Mal spielten alle teilnehmenden Gruppen Ausschnitte aus ihren aktuellen Produktionen bei einer Auftaktveranstaltung im Schmuckkästchen der Amberger Kultur, dem Stadttheater. Hausherr Oberbürgermeister Michael Cerny begrüßte das Publikum im vollbesetzten Haus; er dankte den schauspielenden Schülerinnen und Schülern sowie den Theaterlehrkräften für ihr Engagement. Die lebendige Schultheaterszene in Amberg unterstreiche: „Schule ist mehr als Rechnen, Schreiben und Lesen“. Das Theaterspiel leiste einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung.

Neben dem traditionellen Sponsor der Schultheatertage, der Sparkasse Amberg-Sulzbach, trat in diesem Jahr ein weiterer Sponsor auf: Die Freudenberger Bauernbühne, vertreten durch die Vorstände Norbert Altmann und Benno Schißlbauer, überreichten eine Spende von je 100 Euro an die sieben in der laufenden Saison teilnehmenden Gruppen. Sowohl Oberbürgermeister Cerny als auch Spielleiter Peter Ringeisen (im Namen der Theatergruppen) sprachen den Sponsoren ihren Dank aus.

Die Einleitung zu den Aufführungen des Abends gestalteten die Fünftklässlerinnen der Dr.-Johanna-Decker-Schulen, die in ihrem kurzen und kurzweiligen Beitrag mit den Begriffen Text, Bewegung und Spaß spielten (Leitung: Peter Ringeisen).

Die Theatergruppe der Unterstufe des Erasmus-Gymnasiums (Leitung: Sandra Häusler und Susanna Rosemann) boten einen Einblick in ihre Produktion „Isa“. Die jungen Spielerinnen und Spieler agierten sehr diszipliniert und verkörperten ihre Rollen überzeugend, beispielsweise das von ihren Mitschülerinnen gemobbte Mädchen Isa, das seine Gefühle beim Musizieren auf ihrer Geige bewältigt. Sehr geschickt stellten sieben Spieler eine Maschine dar, die die gestresste Mutter des Kindes bedienen muss; in einer einprägsamen Traumszene überreichten die Mitschüler rote Rosen an Isa, und sie gab sie anmutig als Kompliment zurück. Da darf man hoffen, dass die Video-Aufnahmen, die die flotte Oma des Mädchens von Isas Geigenspiel machte, viele Klicks auf YouTube bekommen.

Die Eigenproduktion „Freitag, der 13.“, die die Theatergruppe der 5.-8. Jahrgangsstufe des Max-Reger-Gymnasiums zeigte (Leitung: Gabi Biehler und Simone Nimmerrichter) hielt dem Publikum den Spiegel vor, indem sie vorführte, wie viele von uns eigene Versäumnisse nicht zugeben wollen und stattdessen das „Pech“ dafür verantwortlich machen, wenn etwas schiefgeht. Witzigerweise ist das Pech bei diesem Stück gleich vierfach anwesend, nämlich als schwarze Kobolde mit roten Haaren, die sich alle Mühe geben, den Glauben an unglücksbringende Symbole, Dinge oder Tiere aufrecht zu erhalten, besonders keck dabei Herr Pech persönlich. Zum Glück ist eine sehr vernünftige Person auch noch da, die alles aufklärt.

Die letztjährige Theaterklasse der Unterstufe des Gregor-Mendel-Gymnasiums (Leitung: Claudia Ried) führte ihre Bearbeitung des Romans „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ von Judith Kerr auf. Die handelnden Personen waren auf jeweils mehrere Spielerinnen und Spieler verteilt. In einprägsamen Bildern erzählten sie die Geschichte der Flucht der jüdischen Familie aus Nazi-Deutschland. Zum Beispiel die Zugfahrt in die Schweiz wurde wunderbar durch passend angeordnete Sitzwürfel und die dem Rattern der Bahn entsprechenden Bewegungen dargestellt, die die Unebenheiten im Gleis spürbar machten.

Nach der Pause begann die Theatergruppe der Oberstufe des Erasmus-Gymnasiums (Leitung: Elisa Romfeld) mit ihrer modernisierten Fassung des Stücks von Frank Wedekind: „Frühlings Erwachen 2020“. Sowohl die Sprache als auch zeitgenössische Themen transportierten das Stück in die Gegenwart und berührten die Zuschauer: Das emotional aufgeladene Gespräch zwischen Mutter und Tochter über angemessene Kleidung, der Wutausbruch des Schülers über sinnlosen Leistungsdruck, die Beinahe-Liebesszene, die echten Sorgen der coolen Mädchen– und besonders die beißenden Bemerkungen der Erwachsenen beim Begräbnis der Schülerin, die sich das Leben nimmt. Die Darstellerinnen und Darsteller der EG-Theatergruppe machten deutlich, dass Wedekinds Stück auch in unserer Zeit funktioniert.

Bei dem Stück „Die Mauer“ (nach Max Frisch), aus dem die Theatergruppe der 7. bis 12. Jahrgangsstufe der Dr.-Johanna-Decker-Schulen (Leitung: Peter Ringeisen) den Anfang spielte, stellten die Schülerinnen mit bunten Kostümen die diversen historischen Figuren dar, die sich in ihren Gesprächen stets um die Themen Wahrheit und Macht drehten. Besonders eindringlich wurde die Brutalität der Tyrannen (und ihr Bezug zur Gegenwart) deutlich beim Auftritt des chinesischen Kaisers Tsin Sche Hwang Ti, der den Heutigen für einen Rebellen hält, und nur das Einschreiten der klugen und schönen Prinzessin Mee Lan verhindert ein blutiges Ende.

Die Theatergruppe der Mittel- und Oberstufe des Gregor-Mendel-Gymnasiums (Leitung: Claudia Ried) griff den Stoff des „Stanford-Gefängnis-Experiments“ von 1971 auf und übersetzte ihn in ihrer Eigenproduktion sehr eindrucksvoll für die Bühne. Schon das Eintreffen der freiwilligen Test-Teilnehmer war spannend, da man die gegenseitigen Reaktionen der Personen aufeinander verfolgen konnte, und nachdem alle durch Los in „Wärter“ und „Gefangene“ sortiert waren, begann die erwartbare Identifikation mit dem Rollenmuster – verstärkt durch Aufseher-Uniformen und Häftlingskleidung, eine beklemmende Verwandlung.

Mit „Die Räuber. Schiller für uns“ von Marlene Skala setzte die Theatergruppe Mittel-/Oberstufe des Max-Reger-Gymnasiums (Leitung: Nina Kohl) den Schlusspunkt. In dieser modernen Version des berühmten Sturm-und-Drang-Dramas sind beide Hauptfiguren weiblich, und der Vater hat für die zu Hause gebliebene Charlotte nie Zeit, weil er in Excel-Tabellen seine Bilanzen machen muss – und die Lieblingstochter Franziska darf zwei Jahre in der Welt herumgondeln, ohne dass Papa sich Sorgen macht – das kann nicht gutgehen. Schließlich ist da noch der Jugendfreund, der beide Schwestern gern hat, und den der Konflikt zu zerreißen droht – man darf gespannt sein, wie diese Fassung ausgeht.

Die Auftaktveranstaltung zeigte lauter gut vorbereitete, engagierte Theatergruppen, bei denen es sich lohnt, die ganze Aufführung anzusehen. Informationen zu Aufführungsterminen erhält man über den Schultheatertage-Flyer, der im Kulturamt, in der Tourist-Info und in der Sparkasse ausliegt, und online unter www.hostasxeng.de, Menüpunkt „Programm“.

Peter Ringeisen, Spielleiter an den DJDS

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Programm für 2017

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In diesem Jahr gibt es die Amberger Schultheatertage zum 25. Mal. Bei einem Pressetermin im Bühnenraum des Amberger Stadttheaters wurde das Programm vorgestellt, das sich die teilnehmenden Schulen bis zum Ende des Schuljahrs vorgenommen haben.

Oberpfalz TV (OTV) berichtete darüber am 06.02.2017 in einem eigenen kurzen Bericht.

Für die Amberger Zeitung formuliert Andrea Mußemann:

Im 25. Jahr des Bestehens der Veranstaltung ist die Begeisterung für die darstellende Kunst ungebrochen. 135 Kinder und Jugendliche aus den Dr.-Johanna-Decker-Schulen, dem Max-Reger-Gymnasium, dem Erasmus-Gymnasium, der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule und dem Gregor-Mendel-Gymnasium präsentieren ab Mitte Februar ihre einstudierten Stücke auf der Bühne.

Bürgermeister Martin Preuß verteilte bei der Programmvorstellung an alle Mitwirkenden Vorschusslorbeeren: „Sie müssen schon eine Menge Begeisterung für das Schauspiel haben, dass sie in Zeiten von G 8 solche Leistungen erbringen.“ Dienstältester Schulspielleiter in der Runde, Peter Ringeisen von den Dr.-Johanna-Decker-Schulen, betonte, dass die Begeisterung bei den Jugendlichen immer da sei, es aber vielfach auf ein Zeitproblem hinauslaufe. Kulturreferent Wolfgang Dersch verwies auf den Hirnforscher Manfred Spitzer: Er ist der Meinung, dass Kinder, die Theater spielen oder musizieren, besser lernen würden.

(Amberger Zeitung vom 02.02.2017)

Die Mittelbayerische Zeitung berichtete ebenfalls (05.02.2017), und einen ausführlichen Bericht widmet die Pressestelle der Stadt Amberg diesem Thema.

Den Flyer mit der Programmübersicht und den Kurztexten zu den einzelnen Aufführungen kann man sich hier im PDF-Format herunterladen:
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Schwarzes Theater und Superhelden

Zwei Aufführungen an einem Abend: Hommage an das schwarze Theater, gefolgt von Superhelden

[FXvS-RS, 28.04.2016]   Schwarzes Theater in gekonnter Manier, ausdrucksstark und mit großem Spieleifer, so präsentierten sich die Klasse 6b und die Schultheatergruppe Theaterfieber der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule am vergangenen Donnerstagabend in zwei Darbietungen dem begeisterten Publikum.

Den Auftakt machte die Klasse 6b mit ihrem Stück „Viertelland“  nach einer Geschichte von Gina Ruck-Pauquét mit Elementen aus dem Zirkustheater.

Viertelland ist in vier Teile zerfallen: Gelb, Blau, Rot und Grün. Roboto, die Symbolfigur für das Intolerante, achtet auf die strikte Abgrenzung der Menschen aus den verschiedenen Vierteln. Doch Erbs, einem Kind aus dem grünen Viertel,  kommen Zweifel, ob das denn alles so richtig sei. Er kann einfach nicht grün werden, trotz aller Bemühungen seiner Eltern und Großeltern.

In neun Szenen vermittelten die jungen und hoch motivierten SchülerInnen Eindrücke aus ihren Welten, stellten in wenigen, treffenden Wortwechseln die vermeintlichen Vorzüge „ihrer Welt dar“, in der alles nur gelb, nur blau, nur rot oder nur grün sein durfte. Denn nur so ist es richtig und nur so ist es wahr und gut. Nur zu dumm, dass ja jede Gruppe davon überzeugt war, die einzig wahre und richtige zu sein!

Schon in der ersten Szene konnte der kecke  Clown Babbel, gewinnend dargestellt von Pauline Meiller, die Herzen der Zuschauer für sich einnehmen, als er die Bewohner des Viertellandes zum Leben erweckte. Die schöne Eintracht wurde  aber schnell zerschlagen, als der herrische Roboto (Erika Delchmann) und der schusselige Clown Kecksi (Alina Dieter) auftauchten  und alle Bewohner wieder in ihre Viertel verscheuchten. In den kommenden sieben Szenen gaben die lachenden und gut gelaunten „Gelben“, die lockeren und ironischen „Blauen“, die liebevollen und stolzen „Roten“ und die sowieso besten und coolen „Grünen“  Einblicke in ihre Welt, verdeutlicht mit gekonnten Tanzeinlagen zu modernen Beats. Viele Lacher erntete die Szene 7 „Luftballons aufblasen“, in der auf sehr lustige und symbolhafte Weise dargestellt wurde, dass selbst schwierigste Aufgaben am besten gemeinsam gelöst werden können.

Und so bedurfte es am Ende noch eines Zauberers vom Zirkus und seinen bunten Blumensträußen , die er beeindruckend aus dem Ärmel zauberte, um das ganze Viertelland zusammenzuführen und zu überzeugen, dass bunt viel schöner ist. Genauso, wie es der kleine Erbs, hinreißend dargestellt von Roman Kunz, schon immer fühlte.

Ein Appell an Toleranz, Teamgeist, Akzeptanz und Annäherung an Anderes für ein besseres Zusammenleben der Menschen ist aktueller denn je und mit dem Stück „Viertelland“ in starken Bildern, Tänzen und Versen eindringlich vermittelt worden.

Es folgte die Aufführung von „Superhelden“, einer Szenenfolge in Eigenproduktion der Schultheatergruppe Theaterfieber.

Wieder gelang der eingeschworenen Truppe junger Theaterspieler um ihre rührigen Leiter Brigitte Bodensteiner und Jörg Grüssner ein Festival für Auge und Ohren. Mit Herzblut und vollem Einsatz entführten uns die jungen DarstellerInnen in die Welt der Superhelden.

Ausgehend von einer klassischen Warm-up Szenerie traten die einzelnen Superhelden wie „Superman“ (Thomas Reiser), „Joker“( Alexander Migotz), „Spiderman“ (Leonie Ziebert), „Robin Hood“ (Sandra Miller) oder „Catwoman“ (Lisa Berner), in eindeutigen Posen aus der Gruppe hervor und schließlich zu einem Helden-Casting an. Die Jury des Castings wurde pantomimisch äußerst gekonnt von Julia Eckl, Jessica Ril und Ines Tischner verkörpert.

Doch gerade die, die ganz oben stehen und gefeiert werden, sind auch dem Absturz immer ganz nah. Man ahnte es schon, die Demontage und das Scheitern der Superhelden ließen nicht lange auf sich warten. Selbst der verschlagene Joker (absolut überzeugend dargestellt von Alexander Migotz), dem kein Rätsel zu schwer schien, musste straucheln bei der Frage, wer wohl zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Doch ist es nicht auch heldenhaft, zu scheitern? Dann wird eben improvisiert (gekonnt und mitreißend, Lisa Berner, Johanna Meiler und Emilia Krieg) – aber auch dies musste letztendlich an allzu menschlichen Befindlichkeiten scheitern. Gut (bezaubernd, Nadine Zimmermann) und Böse (souverän, Sandra Miller) im ständigen Ringen, einmal siegt die Liebe und einmal wirft die Verbitterung zu Boden. Unverständnis, Neid, Missgunst, Verblendung, Gleichgültigkeit und Wegschauen, Streit und Ohnmacht rufen nach Helden, kleinen und größeren, in unserem Alltag. Und Gott sei Dank tauchen diese auch immer wieder auf. Angefangen von Mahatma Gahndi, über die Geschwister Scholl, die Beatles bis zu allen Mamas und Papas sowie jedem einzelnen von uns, was uns eine Beamerprojektion am Ende des Stückes bildlich vor Augen führte.

Rasante Szenenwechsel, hintersinnige Moderationen, gut gewählte Musikeinspielungen, gelungene Tanzperformances sowie Einbeziehung des Publikums ins Spielgeschehen sorgten für ein abwechslungsreiches  Schauspiel mit vielen ausdrucksstarken Bildern, welches letztendlich die Frage aufwarf, warum wir alle Superhelden suchen, lieben oder sein wollen … weil wir hin und wieder davon träumen, von einem Superhelden gerettet zu werden.

„Wahre Superhelden sind für uns Menschen, die uns in dunklen Zeiten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern!“ wurde abschließend  vom „Theaterfieber“ im Chor skandiert und vom Publikum mit stürmischem Applaus bestätigt.

Susanna Rosemann

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Amberger Schultheatertage 2014 & Rückblick Spontantheater

Mit der Pressevorstellung des Flyers für die Schultheatertage 2014 ist die Saison nun eröffnet.

Auf hostasxeng.de sind ab sofort alle Termine und Spielorte abrufbar, sowohl unter „Aktuell“ (Flyer) als auch unter „Programm“. Sobald die erste Besprechung einer Aufführung geschrieben ist, kann man sie sich hier in voller Länge zu Gemüte führen.

Presseberichte über die Vorstellung des Flyers sind hier zu finden:

Auch auf der Homepage der Stadt Amberg ist die Programmübersicht abrufbar:

Ein „Warm-up“ für die diesjährige Theatersaison war auch heuer wieder der Spontantheatertag, der jährlich vom Kulturverein Amberg ausgerichtet wird (24. Nov. 2013). Zum Stichwort „Neuland“ ersannen und probten neun Teams innerhalb von acht Stunden eine Szene oder Szenenfolge mit maximal acht Minuten Länge. Anja Wagner schrieb darüber für die Amberger Zeitung in ihrem Artikel „Unterhaltsame Vielfalt“

Es war wieder eine große Bandbreite an Gruppierungen vertreten: Von Schultheatergruppen zum Beispiel der Dr.-Johanna-Decker-Schulen über den Amberger „Jugentheaterclub“, Zweierteams wie die letztjährigen Gewinner „Team Katharina Starke“ oder das vor Ort durchaus bekannte „Ensemble Zentral“ bis hin zu phantasievoll betitelten Truppen aus Amberg und dem Landkreis wie den „Brettern“, dem „Eisernen Kern“, „Kater Fridolin“ oder „Obstsalat“. Alle hatten rund neun Stunden Zeit gehabt sich zu überlegen, wie sie die Themenvorgabe ansprechend und unterhaltsam auf die Bühne bringen und bewiesen dabei viel Phantasie. […]

Eine große Themenvielfalt, sehr abwechslungsreich präsentiert und für die Zuschauer sehr unterhaltsam, besonders auch dadurch, dass so unterschiedliche Alterszusammensetzungen mit völlig verschiedener Herangehensweise an das Thema auf der Bühne standen. So war es auch nicht leicht für die Jurymitglieder Kristina Sandig (Der neue Tag), Egid Spieß (Lehrer und Leiter der Video-AG Rieden), Barbara-Cosima Frey (Kulturfachkraft Amberg) und Eugen Burger (Kulturverein Amberg) die Sieger des Abends zu ermitteln, zumal auch die verschieden lange Spielerfahrung und Ähnliches mit einbezogen werden wollte. 

Auch galt die Frage nach Erfüllung der vorgegebenen Kriterien: Inwieweit wurde das Thema tatsächlich erfasst? Ist es der Gruppe gelungen eine in sich schlüssige Handlung mit Spannung aufzubauen, die in einem pointierten Schluss endet? Wurde die vorgegebene Zeit ausgefüllt und thematisch genutzt? Und natürlich: wie gut agierten die Darsteller im Zusammenspiel? 

Unter Berücksichtigung aller dieser Punkte vergab die Jury schließlich den Sieg an die Truppe „Die Bretter“, die Schiffbrüchige an einer Insel stranden ließ. Platz zwei ging an das Team 1 der Dr.-Johanna-Decker-Schulen, die sich Gedanken über Omas Weihnachtswünsche machten und den 3. Platz errang der „Jugendtheaterclub“, der Kulturscouts ins Ringtheater schickte. 

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Bis(s) der Tod sie scheidet!

Die Franz-Xaver-von Schönwerth-Realschule lieferte mit ihrem Stück „Biss zur letzten Stunde“ einen gruslig-romantischen Beitrag zu den Amberger Schulspieltagen

Bewaffnet mit einem Kruzifix und einer Knolle Knoblauch begrüßte am Donnerstag, den 06.06.2013, um 19.30 Konrektor Brunner die Zuschauer in der abgedunkelten, neuen Aula der Realschule, um ihnen mitzuteilen, dass seit ein paar Monaten allerlei lichtscheues Gesindel in der Schule gesichtet worden sei. Das Publikum, das die Aula bis fast auf den letzten Sitz füllte, durfte also gespannt sein.

Die Story, die die Theatergruppe unter der Leitung von Brigitte Bodensteiner auf die Bühne brachte, ist schnell erzählt, da hinlänglich aus der erfolgreichen Twighlight-Trilogie bekannt: Vampir verliebt sich in Sterbliche, will sie aber nicht beißen und…ja genau hier nimmt der Weg eine überraschende Wendung…geht zu einem Psychiater. Und so ernteten die jungen Schauspieler/innen die ersten Lacher, als Georghi Nosferatu, dargeboten von Angelique Metzke, mit einer sehr ungesunden Gesichtsfarbe auf der roten Couch des Dr. Morus, gespielt von Pauline Lay, Platz nimmt. Mit Unterstützung seiner drei bezaubernden Schwesternhelferinnen (Christine Schönfelder, Anna Schmid-Burgk, Sarah Riepl) und seinem Kollegen Dr. Thompson (Paul Klever) versucht der zeitweise recht verwirrte Nervenarzt hinter das Geheimnis der Beißhemmung des Vampirs zu kommen. Das Rätsel ist schnell gelöst. Denn seit der Vampir sich „unsterblich“ in die reizende Jungfrau Jennifer Lancing (Jessica Vondracek) verliebt hat, schafft er es nicht mehr, frische Nahrung zu sich zu nehmen, sondern muss zum Amüsement seiner vier kichernden Schwestern (Sophie Müller, Emma Prechtl, Lisa Strahl, Loreen Ziehn) auf Blutkonserven umsteigen. Dr. Morus weiß Abhilfe und verschreibt dem liebeskranken Vampir eine Woche Jennifer-Abstinenz. Stattdessen schickt er drei Mädchen aus dem Rotlichtgewerbe, sehr unterhaltsam gespielt von Lea Gehring, Emma Honig und Laura Radzuik, um ihn abzulenken. Allerdings fallen die drei kurzerhand dem wiedererwachten Hunger des Vampirs und seiner Schwestern zum Opfer. Nachdem Miss Lancing von ihrem Geliebten in der Gestalt des sehr charmanten Jungen Benny, toll umgesetzt von Konstantin Kreiner, von der Möglichkeit einer Liebe zwischen Vampir und Sterblicher überzeugt wird, geht sie zu ihm, um sich beißen zu lassen. Doch dieses Opfer führt dazu, dass Nosferatu aus dem Vampirdasein befreit wird und seine Jenny glücklich, bis(s) dass der Tod sie scheidet, lieben kann.

Um diese romantisch-gruselige Liebesgeschichte präsentierten die jungen Künstler jedoch noch viele witzige Einlagen in Form verschiedener Patienten bei Dr. Morus: Da wäre ein Herr namens Bello, der sich für einen Hund hält und schließlich einen Platz im Tierheim findet, fantastisch von Sandra Miller gespielt. Aber auch der sehr Mama fixierte Mr. Habermann (ebenfalls Konstantin Kreiner) erheiterte mit seiner kratzbürstig-hysterischen Mutter (Selina Zander) das Publikum. Nicht zu vergessen die beiden Schwestern Regenwittchen (Viola Vogl) und Schneewittchen (ebenfalls Selina Zander), die sich lauthals über ihre völlig durchgeknallte Schwiegermutter auslassen und die helfenden Hände des Sanitäters (Stefanie Kellermann).

Musikalisch untermalt wurde das Programm von der Schulband (Felix Nörtemann, Markus Vielberth, Johannes Engelhard, Kristina Zeiser, Florian Knab, Simon Storch, Sarah Bauer, Teresa Reindl), die ein breites Repertoire an aktuellen Liedern, die zu den einzelnen Szenen passten, gekonnt darboten.

Wie die Schüler/innen selbst zum Abschluss sagten, habe Frau Bodensteiner es ermöglicht, dass ein chaotischer Haufen an unterschiedlichsten Charakteren am Schluss eine Einheit bildete. Die Schüler/innen hatten sichtlich Spaß auf der Bühne und entführten ein begeistert applaudierendes Publikum fast zwei Stunden in eine andere Welt.

Diana Schneider

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Schüler Schiller schreibt

Eigentlich hat er ja Pfarrer werden wollen – doch der böse Herzog ließ ihn nicht. Also schickte man den jungen Fritz Schiller zur Musterung an die Militärakademie. Sehr zum Leidwesen seiner weiblichen Verwandten… Also doch kein Stück von Schiller – sondern eines über den Dichter selbst? Die Oberstufentheatergruppe des Erasmus-Gymnasiums unter der Leitung von Uta Löw hatte sich für ihre Inszenierung beides vorgenommen. „Schiller schreibt seine Räuber“ lautet der Titel des selbst geschriebenen Stückes, aufgeführt am vergangenen Mittwochabend. Dabei gaben die achtzehn jungen Schauspielerinnen und Schauspieler alles, um dem Publikum einen abwechslungsreichen und interessanten Einblick in das Schaffen des jungen Dichters (charmant gespielt von Elias Lauerer) zu geben. 

Der wunderbar zackige Militärarzt (Tobias Andersch) bemängelt zwar die Größe und schmächtige Statur des jungen Friedrich, dennoch steht Schiller nun im Dienst des strengen Herzogs (Joschka Wischer), dem zwar wenig an seinen einzelnen Kadetten, dafür umso mehr am Wein liegt. Schiller findet nach Christian (Martin Fenk) rasch weitere Freunde in der Akademie. Da sein kreativer Geist sich vor allem nachts zu regen beginnt, umgeht er die abendliche Bettruhe, indem er sich des Öfteren krank meldet. In der Krankenstation findet er nämlich ein nächtliches Licht – und die Muße, sein erstes Drama zu schreiben: „Die Räuber“. Seine Kameraden nehmen enthusiastisch Anteil an dieser Schaffungsgeschichte. Sie hören, lesen und spielen voller Leidenschaft, was Friedrich in den Nächten geschaffen hat, verwandeln sich zuweilen selbst in die wilde Räuberbande unter ihrem Anführer Karl Moor (stark: Tobias Haller).

Auch den wunderbar fiesen, intriganten Bösewicht und Bruder Franz Moor (Matthias Aures) lässt Schiller vor den Augen seiner Mitschüler auferstehen. Unter seiner Regie proben zwei Freunde eine feurige Liebesszene (mitreißend gespielt von den Schwestern Franziska und Kerstin Hübner). Dramatischer Höhepunkt war zweifellos die Konfrontation Karl Moors mit dessen Vater (Mario Scharl) und seiner Verlobten Amalia (Cora Koch). Während der alte Moor röchelnd zusammensinkt, versucht Karls verzweifelte Verlobte, ihren Geliebten zurück zu gewinnen, ehe sie letztendlich durch seine Hand umkommt.

Schließlich sind „Die Räuber“ vollendet – und werden uraufgeführt. Und das Publikum sieht sich durch die jungen Schauspieler im „originalen“ Publikum dieser Erstaufführung widergespiegelt. Nun zeigen auch Lukas Dimpfl, Larissa Engelhardt, Anja Fischer, Ulrich Kraus, Anna-Lena Kuhn, Bina Rückel, Johanna Schötz und Katja Wamser noch einmal ihr tolles schauspielerisches Können. Ob es damals bei der Premiere allerdings tatsächlich so exstatisch, heulend und zähneknirschend zuging? Wir möchten es gerne glauben.

Claudia Ried (GMG)

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„Krimiges Gruselstück“ mit Schwung und Pfiff

Theatergruppe 7.-9. Kl. des GMG spielte „15 kleine Negerlein“ (nach Agatha Christie)

Das GMG spielt einen Krimi - und leise gleitet das Boot über den See. - Anklicken, um weitere Fotos zu sehen.

"15 kleine Negerlein" - so lautet das Kinderlied, nach dessen Takt der Krimi abläuft - Anklicken, um weitere Fotos zu sehen.

„Fünfzehn kl…“ – Moment mal, waren das denn nicht immer „zehn“? Stimmt schon. Aber wenn eben so viele Theaterbegeisterte bei dem Stück mitspielen wollen, da fügt man flugs ein paar Rollen dazu, meinte Spielleiterin Claudia Ried. Und das ist ihr, ebenso wie die ganze Inszenierung, ausgezeichnet gelungen.

Die Handlung ist schnell erzählt. Einem geheimnisvollen Gastgeber gelingt es, fünfzehn Personen in ein Landhaus zu locken, das schwer zugänglich auf einer einsamen Insel liegt. Dort werden diese Gäste gleich beim Abendessen mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Alle hätten angeblich ein schweres Verbrechen auf dem Gewissen, und müssten deshalb nun der Reihe nach sterben. Der Gastgeber bleibt weiterhin unerkannt, denn die Anklage kommt von einem Tonband, und so wissen die verunsicherten Besucher weder, wer sie denn nun dorthin bestellt hat, noch, ob die erhobenen Vorwürfe der Wahrheit entsprechen. Sie sind schon fast geneigt, alles für einen sehr schlechten Scherz zu halten, doch da fällt bereits der erste tot um. Und so ereignen sich alle paar Minuten weitere Todesfälle, wie es sich für einen Krimi gehört – das Makabere daran ist, dass die Personen jeweils das Schicksal ereilt, das in dem Kinderlied „Fünfzehn kleine Negerlein“ vorkommt, und das Lied endet damit, dass keiner mehr übrig bleibt.

Bald wird den Anwesenden klar, dass einer von ihnen der Mörder sein muss, der das alles eingefädelt hat. Nur zwei überleben schließlich, die sich ineinander verliebt haben und sich deshalb gegenseitig vertrauen. Das Ganze ist eingebettet in eine originelle Rahmenhandlung, in der eine ehrgeizige Journalistin einen ziemlich coolen (und etwas verwirrten) Kriminalinspektor interviewt und ihm die letzten Geheimnisse entlockt.

Die turbulente Krimigeschichte nahmen die Spielerinnen und Spieler immer mit einer Prise Humor und glänzten in heiklen Situationen auch durch Improvisationsgeschick. Charmante Effekte wurden zum Teil mit ganz einfachen Mitteln erzielt, beispielsweise wie durch die Bewegungen der Passagiere deutlich wurde, dass der Bus über eine holprige Straße rumpelte, oder wie durch entsprechende Sitzordnung, ein paar Stangen und geschickte Beleuchtung die Illusion eines in die Abenddämmerung gleitenden Ruderboots entstand.

Allen Darstellern war die Freude am Theaterspielen anzusehen, und so seien sie auch alle genannt, in der Reihenfolge ihres Auftretens: Pauline Lay, Alexander Türk, Nadine Treutel, Barbara Winkler, Vanessa Richter, Meike Pfeiffer, Constanze Gierl, Jonathan Grothaus, Alisa Mändl, Antonia Schmidt, Lena Härteis, Julia Hetzenecker, Jessica Oetter, Martina Mikuta, Quirin Langer, Sarah Hepp, Franziska Neuser, Anna Shalsi und Kathi Knab.

Studienrätin Claudia Ried konnte stolz sein auf ihre Truppe, die die Gefahren des gruseligen Stücks schwungvoll und unterhaltsam gemeistert hatten. Begeisterter Applaus des Publikums, ganz zurecht.

Peter Ringeisen (DJDG)

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