Archiv der Kategorie: Schultheatertage 2013

Eine ungewöhnliche Freundschaft

„Pünktchen und Anton“: Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft brachte die Theatergruppe der Unterstufe des Gregor-Mendel-Gymnasiums am Donnerstag im Rahmen der Amberger Schultheatertage brilliant mit ein paar Überraschungen zum Original auf die Bühne.

Den Auftakt machte die Familie Teufel mit Big Mama, der Chefin des Teufel-Clans, nicht nur stimmlich überzeugend dargestellt von Johanna Lucks,  die alle teuflischen Fäden in der Hand hat. Unterstützt wurde sie von ihrem zwielichtigen Sohn Robert, prima gaunermäßig umgesetzt von Paul Dotzler und seiner Verlobten namens Tussi, gekonnt gespielt von Emily Eckert. Sie heckten einen Plan aus, wie sie denn Familie Pogge ausrauben könnten und beschlossen, Robert sollte die ihm verfallene Fräulein Andacht, die bei den Pogges als Kindermädchen arbeitete, ausnutzen und so an Pogge‘s Wohnungsplan und Schlüssel zu kommen.

Die Karrierefrau, Chefin einer Spazierstockfabrik, vielbeschäftigte Mutter Frau Pogge (Carolin Spieß) hatte zum Bedauern ihrer Drillinge viel zu wenig Zeit und hetzte von ihrer äußerst gewissenhaften Sekretärin (Emily Madl) von einem Termin zum nächsten. Sie wurde deshalb sogar von ihren Kindern und auch ihrem Mann, pfiffig dargeboten von Luca Willax, als „Frau Direktor“ bezeichnet. Auch dieser fand leider keine Zeit für die Sprösslinge, da er viel zu viel Zeit mit Computerspielen und Pokern verbrachte.

Die Pünktchen, die Drillingskinder der Familie Pogge, individuell, gut aufeinander abgestimmt und einfach liebenswert umgesetzt von Lea Braun, Aurelia Ziegler und Julia Korett, wurden also von Fräulein Andacht betreut, optisch und schauspielerisch überzeugend dargeboten von Jana Sumin. Obwohl Pünktchens Eltern wohlhabend waren, gingen sie auf Initiative von Fräulein Andacht betteln, damit diese ihren Verlobten Robert (von den Pünktchen nur „Robert der Teufel“) das verlangte Geld geben konnte. Bewaffnet mit Streichholzschachteln und einer Original-Drehorgel gingen die Pünktchen mit ihrer „blinden Mutter“ Fräulein Andacht zum Betteln auf die Straße. Und da trafen sie den grundanständigen Jungen Anton Gast und freundeten sich sogleich mit ihm an. Mit Anton‘s ehrlichem Charakter und liebenswerten Wesen wusste Johannes Altmann die Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Er versorgte mit dem Verkauf von Schnürsenkeln sich und seine nach einer Operation noch sehr geschwächte und liebevolle Mutter (Sonja Hopfenzitz). Doch auf der Straße ist es nicht ungefährlich. Die fiese Klepperbande, gaunerhaft und gemein gut dargestellt von Nicole Stauber, Lara Bothner und Emily Landel, versuchten die Pünktchen zu erpressen und Anton wollte sie natürlich beschützen. Das musste er leider büßen und wurde von diesen Rockerbräuten verprügelt. Anton hatte es auch so nicht leicht, denn die Aufgaben, die er alle aufopferungsvoll übernahm, waren anstrengend und Kräfte zerrend. So schlief er oft in der Schule ein, sehr zum Ärger seines Lehrers Herrn Bremser, ausgesprochen gekonnt von Michael Baumann auf die Bühne gebracht.

Zum Höhepunkt kam es dann, als Anton mitbekommt, dass Fräulein Andacht Robert dem Teufel Wohnungsplan und Schlüssel aushändigt. Er schlussfolgerte richtig und alarmierte Berta (Susanna Jost), die zuverlässige Köchin von Familie Pogge. Sie ist die gute Seele des Hauses, Fräulein Andacht schon länger misstrauisch und mit dem Verhalten der erwachsenen Mitglieder der Familie Pogge aus guten Gründen nicht einverstanden. So überwältigt sie den Teufel und machte ihn gekonnt mit Seilen gefesselt wie eine Roulade dingfest. Die Polizistin nahm ihn anschließend fest. Diese wurde dargestellt von Melina Jirsak, die ihre Vielseitigkeit mit weiteren unterschiedlichen Besetzungen wie Botin, Kellnerin und einer Dame unter Beweis stellte. Zeitgleich wurden die Pünktchen  und Fräulein Andacht inflagranti von Herrn und Frau Pogge beim Betteln angetroffen, woraufhin diese sofort die Flucht ergreift. Die Familie Pogge kehrte heim und trafen die „dicke“ Berta, die Polizistin und Einbrecher Teufel an. Pünktchens Eltern erkannten ihre soziale Verantwortung und dass sie ihre Drillinge vernachlässigt hatten. Deshalb durften Anton und seine Mutter in die Wohung der Pogges einziehen.

Der Leiter des Ensembles, Christoph Schulz, verstand das Publikum immer wieder einzubeziehen, in dem er die ganze Aula als Bühne benutzte und es direkt ansprach z. B. mit dem Verkauf der Streichhölzer. Das war eine Herausforderung für die Lichttechniker, die dem aber vollkommen gewachsen waren. Aufgelockert wurde das Stück auch immer wieder mit den Anweisungen der Schauspieler „Licht aus!“ bzw. „Licht an!“ oder einem mitreisenden Tanz der Klepperbande. Im Ganzen eine gelungene und überzeugende Darbietung, an der nicht nur die Mitwirkenden sichtlich Spaß hatten.

Brigitte Bodensteiner

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Scheherazade rettet Leben

Unterstufe des Erasmus-Gymnasiums verzaubert mit orientalischen Märchen

Aladin in Bedrängnis

Aladin in Bedrängnis

Die Theatergruppe der EG-Unterstufe unter der Leitung von Uta Löw entführte ihre Zuschauer in die wohlbekannte und doch fremde Welt der „Märchen aus tausendundeiner Nacht“.

Alles beginnt damit, dass der verwitwete König (Mario Groth) sich so unsäglich langweilt, dass er fordert, jeden Tag ein Mädchen geliefert zu bekommen, das er am Ende des Tages hinrichten lassen wird. Diese Grausamkeit kommt aber zum Glück nicht zur Durchführung, denn bereits das erste Mädchen, das der Wesir (Thomas Neubauer) zum König bringt, ist Scheherazade (Maresa Platzer), die – begleitet von ihrer kleinen Schwester Dunjazade (Alina Birkenstok) – so lebhaft und spannend Geschichten erzählen kann, dass der König unbedingt die Fortsetzung hören will, immer wieder.

Die einzelnen Märchen, mit denen Scheherazade den strengen Herrscher fesselt, werden von einem charmanten orientalisch klingenden Klarinettensolo (Paul Nardi) eingeleitet, und die souveräne Erzählerin (Marlene Schorr) verknüpft alle Teile der Bühnenhandlung zu einem Ganzen.

Wirkungsvolle Mittel und engagiertes Spiel verwandeln die Bühne in einen morgenländischen Schauplatz. So wird der Flaschengeist (Gizem Göz) mit einem Einkaufsnetz aus den Tiefen des Ozeans gefischt, und der tiefgrün bemalte Karton in Flaschenform verdeckt den Geist, der darin und dahinter steckt und den schließlich der Fischer (Stefanie Leis) überlistet.

Der Konditor (Laura-Sophie Berger) darf seine Zuckerkuchen in blütenweißer Berufskleidung an den Flickschuster (Roman Klein) verkaufen, und wenn seine Frau, die ewig unzufriedene Fatma (Ceyda Hos), darüber schimpft, dass es kein Honigkuchen ist, dann glaubt man’s dem Flickschuster, dass er kein leichtes Leben hat.

Ali, der Dieb (Andreas Hermann), lernt in einer Lehrstunde, dass man auch in diesem Beruf ein Herz für die Armen haben muss, und die Sklavin (Paula Fechtner) profitiert von einigen Geldscheinen, die zu guter Letzt für sie abfallen. Die Art der persönlichen Dienstleistung, die sie dem Geldwechsler (Amelia Hantke) erbringen muss, wird passend dadurch veranschaulicht, dass die Sklavin ihn rasieren muss – ein bisschen Rasierschaum im Gesicht, und schon ist die Atmosphäre hergestellt.

„Aladin und die Wunderlampe“ bildet den Höhepunkt der Reihe, und hier wird die Schatzhöhle, aus der die Wunderlampe geborgen werden soll, besonders farbig dargestellt. Verzauberte Wesen in glitzernden Gewändern zeigen den blendenden Reichtum der Höhle, und als Aladin (Paul Nardi) sich etwas davon abbrechen will, geben die Zauberwesen so eindrucksvoll bedrohliche Laute von sich, zittern und beben, dass der Junge schnell wieder von seinem Vorhaben ablässt.

Weitere Darstellerinnen, die meistens in mehr als einer Rolle auftraten, waren Diana Seifert und Alina Wild.
Nachdem der König nun tausendundein Märchen von Scheherazade erzählt bekommen hat (die anderen 997 wurden flott übersprungen), stellt er fest, dass ihm die junge Frau so ans Herz gewachsen ist, dass er sie heiraten will.
Kräftigen und anerkennenden Beifall ernteten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler für ihre kurzweilige, unterhaltsame Vorstellung.

Peter Ringeisen

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Casting im GMG – Darsteller für „Romeo und Julia“ gesucht

„Wenn man etwas Gescheites will, muss man es selber machen!“ Dieses Fazit zieht am Ende eines vergnüglichen Theaterabends nicht nur der gestresste und genervte Assistent Leon (Quirin Langer, 10d), sondern zog bereits vorher die Theatergruppe Obstsalat des Gregor-Mendel-Gymnasiums. Unter der Leitung von Claudia Ried ersann die spielfreudige Schauspieltruppe das Stück „The making of Romeo und Julia“ nach William Shakespeare, in dem bei einem Casting Schauspieler für die klassischste aller Liebesgeschichten gesucht werden.

Die Intendanten Romy Dichter (Constanze Gierl, 9d) und Julian Schüttler (Barbara Winkler, 10b) lassen verschiedene Darsteller, die unterschiedliche Szenen aus der Textvorlage vorbereitet haben, für die geplante Aufführung von „Romeo und Julia“ vorsprechen. Dabei werden sie immer wieder vom Produzenten Speer (Jonathan Grothaus, Q11) und seiner Verlobten Victoria (Katharina Knab, 10a) unterbrochen. Das naive und völlig untalentierte Blondchen drängt sich selbst für die Rolle der Julia auf, wird aber geschickt von ihrem Freund und den beiden Intendanten abgewiesen.

Das Casting beginnt mit einem talentierten Schauspieler (Benedikt Hösl, 9e), der jedoch statt Shakespeare Goethe rezitiert.

Auch die nächste Truppe (Alexandra Jehlicka 10b, Meike Pfeiffer 10a, Sarah Hepp 9b) erweist sich als nicht geeignet, da sie den Dialog zwischen Benvolio und Romeo als Kindertheater inszeniert.

Keinen Gefallen bei den Intendanten findet ebenso die nun folgende Schauspielgruppe (u.a. Antonia Schmidt, 9d), die das erste Aufeinandertreffen von Romeo und Julia als Begegnung von Gangster – Rappern interpretiert.

Einen Höhepunkt der Vorstellung bietet die Darbietung der beiden Putzfrauen Ilse (Lena Härteis, 10a) und Anna Shalsi (Realschule), die hervorragend singend das Gespräch zwischen Julia und ihrer Mutter vortragen.

Die Intendanten Romy und Julian möchten aber trotzdem noch die weiteren Bewerber begutachten und bitten die nächste Gruppe auf die Bühne. Diese bietet in klassischer Weise den Tanz von Romeo und Julia auf dem Maskenball dar.

Jetzt erscheinen die vom divenhaften Assistenten Leon favorisierten Balletttänzer („Wegen der engen Trikots!“) und bringen die berühmte Balkonszene akrobatisch auf einer Leiter zum Besten.

Natürlich darf der Kampf zwischen Mercutio und Tybalt nicht fehlen! In Cowboymanier und zur Musik aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ duellieren sich die beiden in Zeitlupe. Romeo erschießt Tybalt und trauert lautlos über den Verlust Mercutios. Ein glanzvoller Auftritt, der mit viel Applaus belohnt wurde.

Erotisch wird es mit der Hochzeitsnacht von Romeo und Julia, die gleich von zwei Schauspieltrupps hintereinander dargeboten wird. Zunächst tritt die Gruppe „Erotica“ auf, die der Intendant Julian schon sehnsüchtig erwartet. Julia wird hier als begierige und heiße Braut dargestellt und Romeo als ängstlicher und zögerlicher Liebhaber. In der folgenden Szene ist Julia enttäuscht von der ersten gemeinsamen Nacht und Romeo zeigt sich völlig überzeugt von seinen – nicht vorhandenen – liebhaberischen Fähigkeiten.

Es erscheint nun eine bilinguale Theatergruppe, die das Gespräch zwischen Pater Lorenzo und Julia zweisprachig, in Deutsch und Englisch, vorträgt. Auch diese Darbietung entfacht bei Romy und Julian keine Begeisterung und so werden die nächsten Spieler auf die Bühne geholt.

Die Schlussszene wird von zwei unfähigen Schauspielern interpretiert, die von einem Fettnäpfchen ins andere tappen. So schläft Julia tatsächlich auf der Bühne ein anstatt nur so zu tun, Romeo stolpert mehrfach und schließlich verlässt Julia genervt die Bühne. Ein ganz anderes Ende zeigt die folgende Truppe, die einen Romeo darstellt, der nicht fähig ist sich umzubringen. Letztendlich stolpert er über die schlafende Julia, fällt um und ist tot. Daraufhin tötet sich die wieder erwachte Julia mit dem Schwert ihres Liebsten.

Die beiden Intendanten Romy und Julian finden unter den vielen verschiedenen Bewerbern keine geeigneten Darsteller und stehen nach dem Casting wieder am Anfang. Sie fallen sich in die Arme und gestehen sich vor den Augen des Produzenten Speer und des Assistenten Leon ihre Liebe. Dieser hat nun die rettende Idee: Romy und Julian, das echte Liebespaar, sollen die Rollen des Romeo und der Julia selbst übernehmen.

Das letzte Wort haben nun die beiden Putzfrauen Traudl und Ilse, die das vermeintlich leere Theater säubern und dabei einen nicht ganz jugendfreien Tanz hinlegen. Diese Szene bot einen weiteren Höhepunkt der Aufführung, die das Publikum mit tosendem Beifall bedachte.

Insgesamt eine rundum gelungene Vorstellung der Theatergruppe Obstsalat mit durchwegs talentierten und textsicheren Schauspielern (u.a. Katharina Waal 9b, Alexander Türk 10d, Franziska Neuser 9b, Hanna-Miriam Patt 10a, Johanna Mehringer 9d, Martina Mikutta 9b und Julia Riedl 9b). Ebenso gelungen die verschiedenen Einfälle der Gruppe, z.B. zwei ältere Damen im Publikum, ein stehendes Bett in einer der Hochzeitsnächte oder ein Wassereimer, in dem sich Romeo ertränken möchte. Bitte mehr davon!

Maria Treml-Paskowski

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Herrlicher Klamauk bringt uns Shakespeare näher

Gut gelaunte Darsteller glänzen in der Luitpoldschule

Die AG Schulspiel an der Luitpold-Mittelschule blickt auf eine lange Tradition und viele gelungene Aufführungen zurück. Aber dieses Jahr können die Spieler ihre Zuschauer zum ersten Mal im eigenen Haus empfangen – eine neue Bühne macht es möglich.

Und mit Romeo und Julia präsentieren sie uns die berühmteste Liebesgeschichte der Weltliteratur – endlich in der einzig wahren Version! Romeo (Cedric Plep) muss bei Herzblatt zwischen Kandidatinnen (Lena Achatz, Lea Rudolph, Sierra Brown) wählen, die natürlich seiner Julia (Leonnie Deligashi) nicht das Wasser reichen können; der Tipp mit dem Trank, der zu einem todesähnlichen Schlaf führt, kommt von Dr. Sommer (Natalie Pfeifer); und zum Schluss machen sich die Liebenden davon, um auf Mallorca ein Café zu eröffnen.

Das alles wird von einer spielfreudigen Truppe mit Witz und Charme dargeboten. Die energische Julia hat ihre partyfreudigen und oberflächlichen Freundinnen(Aleyna Keskin, Kristina Schwab, Lea Rudolph, Anh Beerschwinger) fest im Griff. Ihrer Mutter (Angelique Biela), die sie mit harter Hand zu führen versucht und unbedingt mit Maximilian (Lena Achatz) verheiraten möchte, leistet sie hartnäckig Widerstand. Nur zusammen mit ihrem Romeo zeigt sie bei der berühmten Balkonszene ihre romantische Seite.

Mit seinem Busenfreund Benvoglio (Marvin Deligashi) bildet Romeo ein unschlagbares Team. Zusammen vertuschen sie den Mord an Tybalt (Julia Idoma) auf unnachahmlich pragmatische Weise („Du räumst das weg“). Und wenn sie wie Amateurverbrecher den Überfall auf das Fest der verfeindeten Familie von Julia planen, dann nimmt das Lachen kein Ende.

Für die heimliche Eheschließung der Liebenden sorgt wie im Original ein Mönch (Denis Büttner). Als Bürgermeister, Showmaster bei Herzblatt und Kellner tritt Alessio Scanu auf, Romeos Eltern werden von Joel Biela und Alina Käfer dargestellt, Benjamin Spitzl ist als ein weiterer Freund Romeos zu sehen.

Die Inszenierung ist reich an witzigen Einfällen, die Sprache genauso bunt und manchmal drastisch wie im Original und die Spieler zu lockerer Improvisation aufgelegt. Ein weinendes Baby im Publikum lässt Benvoglio die Schuld bei Romeos zu lautem Wesen suchen.

Als Bühnenbild dienen liebevoll bemalte Kartons, die von den gerade nicht beteiligten Spielern gehalten werden und blitzschnelle Szenenwechsel möglich machen. Dazu Kostüme, die die Rollen sehr gut charakterisieren, vom lässigen Romeo im Freizeitdress bis zur standesbewussten Mutter von Julia, die im strengen fürstlichen Gewand erscheint.

Die geschickte Bearbeitung des alten Stoffs durch die erfahrene Spielleiterin Maria Treml-Paskowski gibt den Schauspielern alle Möglichkeiten, befreit aus sich herauszugehen und ihr komödiantisches Talent zu zeigen. Manche Gags werden so schön ausgespielt, dass sie nicht nur beim Publikum zünden. Und wenn Romeo die Zauberkräutlein im Teebeutel aufbrüht, darf er sogar in der Originalsprache die „tea time“ ankündigen.

Shakespeares Stück hat schon oft Modernisierungen erfahren. Mit dieser hier wäre der große Dramatiker selbst wohl sehr zufrieden gewesen.

Christoph Schulz (GMG)

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Bis(s) der Tod sie scheidet!

Die Franz-Xaver-von Schönwerth-Realschule lieferte mit ihrem Stück „Biss zur letzten Stunde“ einen gruslig-romantischen Beitrag zu den Amberger Schulspieltagen

Bewaffnet mit einem Kruzifix und einer Knolle Knoblauch begrüßte am Donnerstag, den 06.06.2013, um 19.30 Konrektor Brunner die Zuschauer in der abgedunkelten, neuen Aula der Realschule, um ihnen mitzuteilen, dass seit ein paar Monaten allerlei lichtscheues Gesindel in der Schule gesichtet worden sei. Das Publikum, das die Aula bis fast auf den letzten Sitz füllte, durfte also gespannt sein.

Die Story, die die Theatergruppe unter der Leitung von Brigitte Bodensteiner auf die Bühne brachte, ist schnell erzählt, da hinlänglich aus der erfolgreichen Twighlight-Trilogie bekannt: Vampir verliebt sich in Sterbliche, will sie aber nicht beißen und…ja genau hier nimmt der Weg eine überraschende Wendung…geht zu einem Psychiater. Und so ernteten die jungen Schauspieler/innen die ersten Lacher, als Georghi Nosferatu, dargeboten von Angelique Metzke, mit einer sehr ungesunden Gesichtsfarbe auf der roten Couch des Dr. Morus, gespielt von Pauline Lay, Platz nimmt. Mit Unterstützung seiner drei bezaubernden Schwesternhelferinnen (Christine Schönfelder, Anna Schmid-Burgk, Sarah Riepl) und seinem Kollegen Dr. Thompson (Paul Klever) versucht der zeitweise recht verwirrte Nervenarzt hinter das Geheimnis der Beißhemmung des Vampirs zu kommen. Das Rätsel ist schnell gelöst. Denn seit der Vampir sich „unsterblich“ in die reizende Jungfrau Jennifer Lancing (Jessica Vondracek) verliebt hat, schafft er es nicht mehr, frische Nahrung zu sich zu nehmen, sondern muss zum Amüsement seiner vier kichernden Schwestern (Sophie Müller, Emma Prechtl, Lisa Strahl, Loreen Ziehn) auf Blutkonserven umsteigen. Dr. Morus weiß Abhilfe und verschreibt dem liebeskranken Vampir eine Woche Jennifer-Abstinenz. Stattdessen schickt er drei Mädchen aus dem Rotlichtgewerbe, sehr unterhaltsam gespielt von Lea Gehring, Emma Honig und Laura Radzuik, um ihn abzulenken. Allerdings fallen die drei kurzerhand dem wiedererwachten Hunger des Vampirs und seiner Schwestern zum Opfer. Nachdem Miss Lancing von ihrem Geliebten in der Gestalt des sehr charmanten Jungen Benny, toll umgesetzt von Konstantin Kreiner, von der Möglichkeit einer Liebe zwischen Vampir und Sterblicher überzeugt wird, geht sie zu ihm, um sich beißen zu lassen. Doch dieses Opfer führt dazu, dass Nosferatu aus dem Vampirdasein befreit wird und seine Jenny glücklich, bis(s) dass der Tod sie scheidet, lieben kann.

Um diese romantisch-gruselige Liebesgeschichte präsentierten die jungen Künstler jedoch noch viele witzige Einlagen in Form verschiedener Patienten bei Dr. Morus: Da wäre ein Herr namens Bello, der sich für einen Hund hält und schließlich einen Platz im Tierheim findet, fantastisch von Sandra Miller gespielt. Aber auch der sehr Mama fixierte Mr. Habermann (ebenfalls Konstantin Kreiner) erheiterte mit seiner kratzbürstig-hysterischen Mutter (Selina Zander) das Publikum. Nicht zu vergessen die beiden Schwestern Regenwittchen (Viola Vogl) und Schneewittchen (ebenfalls Selina Zander), die sich lauthals über ihre völlig durchgeknallte Schwiegermutter auslassen und die helfenden Hände des Sanitäters (Stefanie Kellermann).

Musikalisch untermalt wurde das Programm von der Schulband (Felix Nörtemann, Markus Vielberth, Johannes Engelhard, Kristina Zeiser, Florian Knab, Simon Storch, Sarah Bauer, Teresa Reindl), die ein breites Repertoire an aktuellen Liedern, die zu den einzelnen Szenen passten, gekonnt darboten.

Wie die Schüler/innen selbst zum Abschluss sagten, habe Frau Bodensteiner es ermöglicht, dass ein chaotischer Haufen an unterschiedlichsten Charakteren am Schluss eine Einheit bildete. Die Schüler/innen hatten sichtlich Spaß auf der Bühne und entführten ein begeistert applaudierendes Publikum fast zwei Stunden in eine andere Welt.

Diana Schneider

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Märchenhafte Unterhaltung am MRG

Das war schon eine große Aufgabe, die die Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Max-Reger-Gymnasiums mit ihren Leiterinnen Bianca Rauchenberger und Nina Kohl da zu bewältigen hatte: 36 Schülerinnen und Schüler wollten auf der Bühne ihr Können beweisen!

Was hätte sich also besser geeignet als ein modernes Märchen, das für alle Raum bietet, sich in den verschiedensten Rollen zu entfalten? Das Märchenstück in drei Akten von Karin Münnich und Martina Worms „Als Herr Lehmann die böse Königin traf“ gab allen Mitgliedern der Theatergruppe dazu die beste Gelegenheit.

Familie Lehmann will einen Märchen-Freizeitpark besuchen. Aber Herr Lehmann (Lisa-Marie Brüning) versteht es, seinen Kindern Jessica (Marion Haider) und Markus (Tim Herding) sowie seiner Frau Ute (Johanna Wiesner) schon am Eingang die Stimmung gewaltig zu verderben. Den Kassierer (Jonas Dreßler) motzt er an, dass es auch noch Eintritt kostet, „wenn man sich so blöde Figuren ansehen muss“, und an Märchen glaubt er doch  sowieso nicht. Das ändert sich jedoch schlagartig, als er plötzlich mittendrin ist in der Märchenwelt der schwarzen Königin (Selina Klatt), wo eine böse Hexe (Lia Haberland) schon das Messer wetzt, um seine Kinder aufzuessen, und sich auf „knusprig gebratenen Markus mit frischen Kräutern“ freut.  Bevor aber das tapfere Schneiderlein (Johannes Büchner)  die anderen Märchenfiguren dazu überredet, Herrn Lehmann zu helfen, versucht dieser verzweifelt die unlösbaren Aufgaben der Königin zu erfüllen, um seine Kinder vor dem Tod durch Verspeistwerden zu retten. Dabei gerät er mitten in die Turbulenzen der zum Leben erwachten Figuren: Wie im richtigen Leben zicken Aschenputtels Schwestern (Lena-Marie Großpeter und Kassandra Orr) herum, den Teufel mit den drei goldenen Haaren (Sophie Nibler) und seine teuflischen Enkel (Julia Wenkmann und Alicia Kaiser) interessiert vor allem das Feuerwasser und Rumpelstilzchen (Maximilian Maier) denkt nur immer ans Heiraten. Auch Goldmarie, Pechmarie (Johanna Wiesner und Maria Gmeiner), Rotkäppchen (Luca Adams), Dornröschen/Schneewittchen (Elisa Schuth) und nicht zu vergessen die mit flottem Gesang auftretenden sieben Zwerge (Antonia Keppler, Jakob Bauer, Jonas Dreßler, Cleopatra Linzer, Alice Grohmann, Anna Parussel, Alexandra Negrea) mischen bei dem bunten Treiben mit. Und natürlich geht die Geschichte am Ende gut aus und Herr Lehmann kann die Kinder und seine Frau  in die Arme schließen. Die hat nämlich das ganze Abenteuer auf einer Parkbank verschlafen und ist nicht einmal durch Lehmanns markerschütternde Schreie „Ute!!!!!!!!!!!“ aufgewacht.

Den Darstellern merkte man an, wie viel Freude ihnen die Arbeit an diesem bunten Märchentheater gemacht hat: Fantasievoll kostümiert und geschminkt bewegten sie sich mit Elan durch die Märchenwelt, in der nicht nur der sprechende Spiegel (Nina Lehner und Lea Eckert) und  der toll einstudierte Tanz der Teufel (Janine Braun, Cornelia Frai, Xenia Igiebor, Jennifer Myzev, Vanessa Dirksen, Cornelia Fischer, Jody Morton, Johanna Neudecker, Laura Reinwald, Lara Seidenfaden) für Abwechslung und Unterhaltung sorgten. Zur märchenhaften Atmosphäre trugen auch die liebevoll ausgestattete Bühne und nicht zuletzt die auf eine lange Stoffbahn gemalten  Hintergrundbilder bei.

So waren denn am Ende alle richtig zufrieden: Herr Lehmann, dass der Spuk zu Ende war, die Spielerinnen und Spieler, dass sie die Herausforderung so gut gemeistert hatten, und die Zuschauer, die sich mit kräftigem Applaus für einen sehr lustigen und vergnüglichen Theaterabend bedankten.

Uta Löw

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MRG begeistert mit einem Stück Zeitgeschichte vor vollem Haus

Leipzig im Jahr 1989: Die Regierung der DDR kämpft mit steigenden Flüchtlingszahlen und hat eine Frauen-WG zu Propagandazwecken ins Leben gerufen, um den jungen Genossinnen und Genossen ein Vorbild zu geben. Freundschaft!

„Wir hatten nischt, aber die DDR hatte uns“ spielt ironisch mit den Slogans und dem Gedankengut des real existierenden Sozialismus der DDR. Die Charaktere jeder einzelnen Rolle wurden bis ins Detail ausgearbeitet. Da ist zunächst einmal Charlotte Kreutz (Marie Hanke, Q 11), Gründerin dieser DEFA-Fernseh-Propaganda-WG, die mit fester Hand die Frauengemeinschaft zusammenhält. Dabei hat sie viel zu tun, denn einige der Bewohnerinnen verhalten sich nicht unbedingt so, wie es das Politbüro gerne gehabt hätte: Isgrid (Alice Kerschbaum, Q 11), von Beruf Gärtnerin, züchtet in der WG ihre Hanfpflanzen, und Bibbi (Anna Sturm, Q 12), die sich durch das Stück berlinert, hat wechselnde Männerbekanntschaften. Das Schicksal von Bibbi ist auch der Dreh- und Angelpunkt des von der Spielleiterin Diana Schneider verfassten und bis in jede Rolle ausgefeilten Theaterstücks.

Bibbi lernt gleich zu Beginn einen Wessi (Alice Grohmann, 9 c) kennen, der die Naivität des Ostmädchens ausnützt und ihr eine große Karriere als Model verspricht. Jeglicher Westkontakt und Westeinfluss muss aber vor der allgegenwärtigen Hausmeisterin und dem Stasi-Spitzel Frau Kolansky (Anna-Maria Horst, 10 c) sowie deren staatstreuen Enkelin (Nicole Dreher, 9 a) geheim gehalten werden. Das Stück strotzt vor ironischen Untertönen, was für Einiges an Situationskomik sorgt und somit zur Erheiterung der Zuschauer beiträgt. Doch als Bibbi erfährt, dass sie sich beim Westfreund mit AIDS – einer Krankheit, die in der DDR offiziell gar nicht existierte – angesteckt hat, folgt der dramatische Wendepunkt. Von da an leidet der Zuschauer mit, genau wie Bibbis Mitbewohnerinnen, die Büchernärrin Conny (Magdalena Schuth, Q 11), die dauerverliebte Floristin Nicole (Melissa Renner, Q 11), die Umweltschützerin Heike (Sophie Reinwald, Q 12), die Krankenschwester Wita (Luise Kerschbaum, 9 a) mit Helfersyndrom oder Melanie (Alexandra Koller, 10 c), Sekretärin und Sprachgenie. Natürlich darf auch in dieser WG eine Ina Saalbach (Ann-Kathrin Brüning, Q 12) nicht fehlen, die als Dressurreiterin von der sozialistischen Sportförderung der DDR profitiert. Zu dieser Truppe gesellt sich dann auch noch Eddie (Mona Sommerer, Q 11), Ingenieurin und verrücktes Genie, die mit ihren imaginären Freunden Karl (Marx) und Friedrich (Engels) im Zwiegespräch lebt.

Nach der Pause kündigen sich Veränderungen an. Die WG erhält durch Telefon und Farbfernsehgerät sozialistischen Luxus. Es ist auch die Zeit der Montagsdemonstrationen. Doch noch einmal droht der WG Gefahr, als die meisten der Bewohnerinnen von Volkspolizisten (Peter Weiser, Q 11 und Daniela Ludwig, Erzieherin im Internat) verhaftet werden. Nach dem Fall der Mauer erkennt dann letztendlich aber auch die Frauenbeauftragte und SED-Mitglied Charlotte: „Das Projekt DDR ist gescheitert.“ Man erfährt, dass Frau Kolansky nach der Verhaftung ihrer Tochter nichts anderes übrig blieb, als die Nachbarn zu bespitzeln. Am Ende wird klar, das Leben wird sich für die WG-Bewohner verändern. Für Bibbi gibt es allerdings kein Happyend, sie stirbt an ihrer Krankheit.

Zwei Stunden lachen und leiden die Zuschauer im vollbesetzten Festsaal mit den Bewohnern mit und sind ein Teil der WG, denn sie werden mit einbezogen, z. B. wenn die Darsteller auch im Zuschauerraum spielen. Das Stück ist liebevoll und engagiert durchrecherchiert und inszeniert bis ins kleinste Detail, angefangen von den Halorenkugeln über den Rotkäppchensekt bis hin zum O-Ton der Aktuellen Kamera und der Tagesschau. Die Darstellerinnen und Darsteller verstanden es, ihre Charaktere glaubhaft mit Leben zu füllen; dazu wurden sie perfekt und professionell von Johanna Samberger (Q 12), Linda Göbl. Dorothee Meyer, Jan-Marco Müllner und der Spielleiterin Diana Schneider in Szene gesetzt. Die Wende 1989, eine Sternstunde der Geschichte, wurde in einer Sternstunde des Schultheaters den Zuschauern kurzweilig vermittelt.

Andreas Hilgart (DJDR)

Aufführung: 25. April 2013

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„Die Probe“ – sehr frei nach Schillers „Die Räuber“

Eine Schultheatergruppe probt Schillers Theaterstück „Die Räuber“. Was da wohl dabei herauskommen wird? Bei der Theatergruppe der 6. bis 8. Jahrgangsstufen der Dr.Johanna-Decker-Schulen ein munteres Bühnenstück, das so manche Erinnerung an nervenaufreibende Proben beim Schultheater aufkommen ließ.

Spielleiter Andreas Hilgart und seine Mädeltruppe führten dem Publikum vor Augen, wie es im Probenraum wirklich zugeht in den Wochen vor dem großen Tag der Aufführung. Das von einem Autorenteam (Tia Stoll, Adriana Stanciu, Veronika Thomann, Andreas Hilgart) selbst erarbeitete Stück „Die Probe“ zeigte neben echtem O-Ton aus Schillers „Die Räuber“ Szenen aus dem Alltag, wie sie jeder Spielleiter, jede Spielleiterin bei jeder Probe jedes Mal wieder erlebt.

Da braucht man auch als Spielleiter auf der Bühne (Jessica Bin) schon starke Nerven, wenn Hermann (Adriana Stanciu) – in den „Räubern“ der Bastard – plötzlich anfängt herumzuzicken: „Immer kriege ich die Männerrollen!“ Oder eine Szene ganz dringend unterbrochen werden muss: „Darf ich mal aufs Klo?“ Und natürlich stolpern die Schauspielerinnen zur rechten Zeit über Schillers altertümliche Sprache. So freut sich der fiese Franz (Tia Stoll), der den alten Moor (Anna Sauerbeck) um die Ecke bringen will: „Dann bin ich der Chef“, bis es ihm endlich schwant: „Nein, Chef haben die damals noch gar nicht gesagt“. Auch die schöne Amalia (Jenny-Lee Piechaczek) muss vom Spielleiter immer wieder ermahnt werden, den Text nicht so zu leiern. Die Szenen mit den Räubern (Laura Porst, Leonie Kellner, Julia Schmidbauer und Lara Schug) und dem Diener Daniel (Anna Donhauser) hätten dagegen fast schon perfekt geklappt, wenn man im Eifer des Gefechts nicht vergessen hätte, die Rolle des Kosinsky zu besetzen. Na toll. Und dass es nicht mehr bis zum bitteren Ende kommt, bei Schiller ersticht Karl (Simone Deinzer) seine geliebte Amalia, ist nur dem – im Vergleich zu einer Schultheaterprobe – weitaus wichtigeren Termin beim Kieferorthopäden geschuldet.

Ja, so ist das halt bei Theaterproben mit Schülern. Die Realität auf witzige Weise als Theaterstück auf die Bühne gebracht zu haben, ist das Verdienst der ganzen Gruppe. Die kurzweilige und von allen Darstellerinnen flott und überzeugend gespielte „Probe“ ließ wohl so manchen Zuschauer zu der Erkenntnis gelangen, dass die Götter vor den Erfolg eines gelungenen Schultheaterabends den Schweiß gesetzt haben.

Uta Löw (EG)

Aufführung: 17. April 2013

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Auftaktveranstaltung: „Theater ist wie Wasser und Brot“

Sowohl die Amberger Zeitung als auch die Mittelbayerische Zeitung berichteten über dieses Novum, bei dem aus (fast) allen Produktionen dieses Jahres ein kurzer Ausschnitt gespielt wurde. Vor allem für die Spielerinnen und Spieler selbst war es anregend und informativ, den anderen Gruppen zuzusehen und unterschiedliche Ansätze und Stile zu beobachten.

Mittelbayerische Zeitung/Mariele Schön: „Schönes Erlebnis für die Zuschauer“

Amberger Zeitung/Marielouise Scharf: „Voller Spielfreude und Kreativität“

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Landpartie macht glücklich

Bildergalerie von der Aufführung

Sieht so wahre Liebe aus? (mehr Bilder -> klick!)

„Du machst mich glücklich“: Diese Zeile des Abschlusslieds kann man ohne Einschränkung auf die Theateraufführung der Klassen 9 bis 12 des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums Amberg übertragen. Der Leiter der Theatergruppe, Peter Ringeisen, konnte die Zuschauer durch sein kurzweiliges und amüsantes, aber auch anspruchsvolles Stück ganz ins Italien des 18. Jahrhundert katapultieren.

Die Bürger von Livorno vollziehen jedes Jahr nach der Weinlese ein gesellschaftliches Moderitual: die Landpartie nach Montenero. Eigentlich kann sich das kaum ein Bürger leisten, aber das kann man vor den anderen ja nicht zugeben, oder? So macht sich auch Filippo (Bianca Hampl), der gutmütige Vater der verwöhnten und selbstbewussten Giacinta (Marie Siegert), mit seiner Schwester Sabina (Lucy Freller) und dem Edelmann Guglielmo (Nicole Ott) auf zu seinem Landsitz. Dumm nur, dass Leonardo (Sarina Wagner), der um Giacintas Hand anhalten möchte, eigentlich auch in Filippos Kutsche mitfahren wollte und entrüstet und in seiner Ehre verletzt seine Teilnahme an der Landpartie absagt. Diese hätte sich sowieso nur durch Pfandbriefe und Schulden finanzieren lassen, doch das weiß Leonardos Schwester Vittoria (Katharina Bäumler) nicht, die seit jeher in Konkurrenz mit Giacinta um das beste Outfit steht. Nach viel hin und her – Filippos Freund Fulgenzio (Stefanie Linke) verbürgt sich für Leonardo, abbestellten und wieder angeforderten Kutschen und einem Tanzkurs (mit einem sehr besonderen Tanzmeister, gespielt von Ronja Wiesgickl und Berto (Elvira Galiev) als Extratänzer) – bricht die Gesellschaft schließlich doch nach Montenero auf, mit einem Eheversprechen Giacintas an Leonardo und dessen Hoffen auf 8000 Scudi Mitgift.

In Montenero kommt, was kommen muss: Giacinta verliebt sich in Guglielmo. Und dies bleibt nicht unbemerkt. Die Kammerdiener und Kammerzofen der Herrschaften, Brigida (Magdalena Gubisch), Paolo (Julia Wittmann), Cecco (Katharina Krell), Tita (Polina Braun), Beltrame (Lisa Eichenseer) und Amadeo (Verena Kosel) reden schon darüber, dass Giacinta Spielchen mit Leonardo spielt, und Sabina, selbst hemmungslos in den mittellosen Lebenskünstler Ferdinando (Alexandra Ries) verliebt, ermahnt ihre Nichte gar, dass man nie zwei Liebhaber haben sollte. Giacinta will daraufhin Guglielmo in die Schranken weisen, wird dabei aber von Leonardo belauscht, der sofort erkennt, was eigentlich zwischen seiner Verlobten und dem Rivalen passiert. Der Unglücklichen bleibt nichts anderes übrig als Leonardo vorzugaukeln, dass Guglielmo um Vittorias Hand anhalten wolle. Trotzdem geht das gesellschaftliche Leben in Montenero weiter. Ein Tanzabend (Schülerinnen des Wahlfachs Tanz unter der Leitung von Sigrid Ringeisen tanzten modern, mitreißend und tänzerisch anspruchsvoll) bringt alle auf andere Gedanken. Doch gerade in diese ausgelassene Stimmung kommt eine schlechte, oder doch gute, Nachricht: der Erbonkel Leonardos liegt im Sterben!

Zurück in Livorno warten auf die Beteiligten der Landpartie weitere Probleme. Costanza (Anja Richter), eine Cousine Vittorias, die ihre Nichte Rosina (Christina Netta) und deren einfältigen Ehemann Antonio (Rebecca Storch) bei sich aufgenommen hat, kann bei einem Besuch Giacintas ihre Armut nicht mehr vertuschen. Leonardos Onkel Bernardino (Nadine Foschum) erholt sich wieder, ist aber geistig nicht mehr in der Lage zu verstehen, dass sein Neffe finanzielle Unterstützung bräuchte. Fulgenzio, der Leonardo erneut zur Seite steht, findet heraus, dass Filippo keine 8000 Scudi Mitgift hat, und macht den Vorschlag, dem sich schließlich alle, mehr oder weniger freiwillig, fügen: Giacinta und Leonardo bekommen das heruntergekommene Landgut Filippos in Genua übertragen und bewirtschaften es zukünftig. Guglielmo heiratet Vittoria auf Wunsch Giacintas. Wenigstens Brigida und Paolo, die sich in der Schlussszene ihre Gefühle gestehen, heiraten aus Liebe.

Die Auftaktveranstaltung der Amberger Schultheatertage, noch vor dem offiziellen Startschuss am 1.3.2013 im Stadttheater, konnte vor allem durch ihre motivierten und textsicheren Darsteller begeistern. Das fast 300 Jahre alte Stück zeigte überraschend moderne Aspekte: die Überschuldung, um gesellschaftlichen Zwängen Stand zu halten, das Streben nach dem neusten und teuersten Outfit und das Bedürfnis geliebt und akzeptiert zu werden, sprach sicher auch die jüngeren Zuschauer an und wurde besonders durch das überzeugende Spiel der Protagonisten sehr gut umgesetzt. Insgesamt machte dieser Abend Lust auf mehr und zeigte deutlich, dass eine Schultheateraufführung den großen Bühnen in nichts nachstehen muss.

Bianca Rauchenberger (MRG)

Bilder: hostasxeng

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